Objekt des Monats

aus dem Museum der Sternwarte Kremsmünster

Februar 2011


Sternwarte-Bericht
Beschreibung der Sternwarte

Sonderdruck, Format: 24 x 16,5 cm
Foto: P. Amand Kraml


Beschreibung der Sternwarte von 1856

Beschreibungen der Sternwarte aus der Vergangenheit geben immer einen guten Einblick, was wo zu welcher Zeit ausgestellt war und was gearbeitet wurde. So stellen wir nochmals eine solche Beschreibung als Objekt des Monats vor. 1856 war P. Augustin Reslhuber Direktor der Sternwarte. Als solcher publizierte er in der Zeitschrift Der Oberösterreicher diese Beschreibung:

Die Sternwarte zu Kremsmünster.
Vom
Director P. Augustin Reslhuber.

Schon in den Dreißiger=Jahren des vorigen Jahrhunderts suchte der gelehrte Benedictiner von Ennsdorf in Baiern, P. Anselm Desing, einen der Aebte des dazumalen in Oesterreich, Baiern und Schwaben etc. noch sehr verbreiteten Benedictiner=Ordens zu bestimmen, eine Sternwarte zu erbauen. Er begab sich in dieser Absicht an die zu jener Zeit blühende Benedictiner=Universität zu Salzburg, als eben eine Versammlung mehrerer Aebte des Ordens daselbst statt fand. Schon glaubte er seine Lieblingsidee aufgeben zu müssen, als ihm der gleichfalls in Salzburg anwesende Abt von Kremsmünster, Se. Excellenz Alexander III. Fixlmüllner [Fixlmillner], Ihrer k. k. Majestät wirkl. geh. Rath, den Gegenstand in Ueberlegung zu nehmen versprach. Am 29. September 1740 sendete Desing dem damaligen Stifts=Oekonomen P. Nonnosus Stadler den Plan zu einem mathematischen Gebäude, welches auf fünf Stockwerke berechnet war.
Abt Alexander, für Kunst und Wissenschaft ein großer Maecen, war halb entschlossen, Desings Plan wirklich auszuführen. Man wollte die neue Sternwarte erbauen über der Einfahrt in den innern großen Stiftshof. Der Bau begann im Jahre 1741, was aus einem Briefe Desings an P. N. Stadler vom 5. Mai 1741 hervorgeht, worin Desing schreibt: "Aedem Uraniae ab imo paulatim incipi, valde laetatur."
Wie lange man an dieser Stelle bauete, in der Absicht, auf der Höhe des im zierlichen Baustyle aufgeführten Einfahrts=Gebäudes die Sternwarte einzurichten, ist zur Zeit nicht mehr genau bekannt; doch schon im Jahre 1744 sendete Desing zwei neue Entwürfe zu einer Sternwarte. Man ging von der anfänglichen Wahl des Platzes für ein astronomisches Observatorium wahrscheinlich ab, wegen den von einer Durchfahrt an der Basis des Gebäudes zu befürchtenden Erschütterungen und wegen der durch die zwei massiven, in der Nähe sich befindenden Kirchtürme gehinderten freien Umsicht. Die Angelegenheit ruhte bis zum Jahre 1748, wo man an der Stelle des jetzigen Observatoriums in einem freien Raume des großen Stiftsgartens am nordöstlichen Ende der ausgedehnten Klostergebäude die Fundamente für die neue Sternwarte zu graben begann; man grub vier Klafter tief, bis man den aus einem dichten Kalk=Conglomerate bestehenden Felsen erreichte. Noch in diesem Jahre wurde der Grundstein gelegt, und der Bau nach dem von P. Anselm Desing empfohlenen Plane unverweilt angefangen.
Im Geiste der damaligen Zeit wurde, um einen vollkommen freien Horizont zu gewinnen, das Observatorium gebaut als ein massives Thurmgebäude von 8 Stockwerken und 26 Klaftern Höhe mit zwei fünf Stockwerke hohen Seitenflügeln; die Hauptfronte hat eine Länge von 90 Fuß, die Breite beträgt 57 Fuß.

Sternwarte-Aufriss Den Bau leiteten der tüchtige Stifts=Oekonom P. Nonnosus Stadler und P. Eugenius Dobler, Benedictiner von Irrsee in Baiern, welcher als Professor der Mathematik im Jahre 1746 an die hiesige Academia Nobilium berufen wurde und bis zum Jahre 1761 mit großer Auszeichnung wirkte.
Allmählig erhob sich das Gebäude aus den Grundfesten und stieg mit jedem folgenden Jahre zu einer größeren Höhe empor.
Als man im Jahre 1755 den Bau schon nahe zur beabsichtigten Höhe aufgeführt hatte, stürzte am Abende des 20. [=23.] Mai zwischen 9 und 10 Uhr ein Theil des oberen Mauerwerkes auf der nach Nordost schauenden Seite unter ungeheuerem Gekrache zusammen; man vermuthet als Ursache die Schwächung einer der Hauptmauern durch Anlegung einer Rauchleitung. Bei diesem Unfalle wurde Niemand verletzt, da er glücklicher Weise zur Nachtszeit eintrat, wo alle Arbeiter entfernt waren, Dieser Einsturz gab zu vielen Lügen, Uebertreibungen, böswilligen Aeußerungen und witzigen Bemerkungen, zu Vergleichen mit dem Schicksale des Thurmes von Babylon, Einheimischen sowohl als der ganzen Umgegend hinreichenden Stoff.
Der charakterfeste Abt, durch dieses Ereigniß in seinem Vorhaben nicht im Mindesten erschüttert, betrachtete den Unfall nicht als eine Strafe des Himmels sondern als eine Aufforderung, den Leuten noch länger Arbeit und Verdienst zu verschaffen. Muthig und unverdrossen wurde die Reparatur begonnen, der Bau weiter fortgesetzt und im Jahre 1758 in seiner noch dermaligen Gestalt vollendet.
Das Gebäude wurde aufgeführt aus lauter behauenen Conglomeratsteinen; zu den Gewölben, so wie in den obersten Theilen wurden geschnittene Kalktuffsteine verwendet.
Die unterirdische Etage, das Erdgeschoß und erste Stockwerk enthalten lauter Gewölbböden, eben so der fünfte und siebente Stock des Mittelgebäudes, die anderen Stockwerke Plafonds.
Die Hauptfronten haben in einer Reihe 7 Fenster, die Breitseiten 3 Fenster von 9 Fuß Höhe. Die Gesammtzahl der Fenster ist 128, die der Thüren im Innern 45. Von der Grundfeste bis zur obersten Plattforme durch eine Höhe von 30 Klaftern führen sehr bequeme Stiegen mit 339 Stufen aus behauenen Steinen. Der Bau steht fest und zeigte sich gewachsen den Stürmen eines nun bald vollen Jahrhundertes. Während des ganzen Baues in den 10 Jahren verunglückte kein einziger Arbeiter; nur Einer wurde wegen eigener Unvorsiechtigkeit von einem Drehgöppel niedergeschlagen und am Gesichte leicht verwundet, aber binnen Kurzem wieder vollkommen hergestellt.
Im Jahre 1759 starb Abt Alexander III.; er hatte somit die Freude erlebt, den Riesenbau vollendet zu sehen, die Einrichtung der Sternwarte mußte er seinem Nachfolger überlassen. Ein gleichzeitiger Geschichtsschreiber P. Marian Pachmayr sagt in den Annalen von Kremsmünster, "daß Abt Alexander Fixlmüllner sich mit der Sternwarte ein wahrhaft königliches Monument erbauet habe["].
Alexanders Nachfolger, Abt Berthold Vogel nahm sich des von seinem Vorgänger hergestellten Musentempels thätigst an, und begann, so wenig sich dieses auch seine Zeitgenossen versprachen, sogleich die innere Ausfertigung und Einrichtung des Gebäudes. Das Erste war die Uebertragung des mathematischen Museums aus dem bisherigen Aufbewahrungsorte in die Räume der Sternwarte.
Die erste Einrichtung der Sternwarte mit Instrumenten leitete Professor Eugen Dobler, welcher in früheren Jahren längere Zeit sich in Paris aufhielt und im vertrauten Umgange mit Lacaille und Reaumur tüchtige Kenntnisse in den Naturwissenschaften erwarb.
Die ersten wichtigen Beobachtungen, welche erwähnt werden, waren die der Sonnenfinsterniß am 12. Juni 1760 und des Vorüberganges der Venus vor der Sonnenscheibe am 25. Mai 1761. In diesem Jahre kehrte Eugen Dobler in sein Stift (Irrsee) zurück und die Leitung der jungen Sternwarte wurde dem P. Placidus Fixlmüllner [Fixlmillner], Regens Academiae Nobilium, einem Neffen des Erbauers der Sternwarte anvertraut, welche er auch mit so glücklichem Erfolge führte, daß er von dieser Zeit an alle wichtigen Erscheinungen am Himmel mit vieler Geschicklichkeit beobachtete und seit dem Jahre 1762 auch meteorologische Beobachtungen anstellte.
Neue Instrumente wurden nach seiner Angabe, mit für jene Zeit großer Kunstfertigkeit hergestellt von Johannes Illinger, einem ursprünglich gemeinen Zimmermanne, welchen schon Eugen Dobler, da er besonderes Talent für Mechanik bei ihm bemerkte, zu diesem Zwecke auf das Beste unterrichtete.
Im Jahre 1765 legte Placidus Fixlmüllner die ersten Früchte seiner Thätigkeit in den Druck, unter dem Titel: „Meridianus speculae astronomicae Cremifanensis" (Bestimmung der geographischen Lage der Sternwarte zu Kremsmünster), welches Werk dem Verfasser bei den Astronomen zu Wien, Berlin, Paris, besonders bei dem berühmten de Lalande hohe Achtung erwarb. Im Jahre 1776 gab er das „Decennium astronomicum Cremifanense" (enthaltend die Beobachtungen vom Jahre 1765=1775, nebst einer Menge von astronomischen Problemen und deren Lösungen) heraus, welches von allen Astronomen die rühmlichste Würdigung erfuhr.
Im Jahre 1780 wurde P. Thaddäus Derflinger, Professor der Mathematik an der adeligen Akademie, dem Astronomen als Gehilfe beigegeben, welchem Fixlmüllner, so wie noch zweien anderen jüngern Stiftsmitgliedern, den Professoren Benno Waller und Leander von Oetl, schon seit längerer Zeit Unterricht in der Astronomie ertheilt hatte.
Am 27. August 1791 starb Placidus Fixlmüllner (geboren am 28. Mai 1721) in einem Alter von 70 Jahren mit dem allgemein anerkannten Rufe eines durch, und durch wissenschaftlichen Mannes und ausgezeichneten Astronomen, unter welchem das neu gegründete Institut in kurzer Zeit sich des besten Rufes in der gebildeten Welt zu erfreuen hatte.
Nach Fixlmüllners Tode wurden dessen astronomische Beobachtungen vom Jahre 1775-1791 in den Druck gelegt unter dem Titel: Acta astronomica Cremifanensia a P. Placido Fixlmüllner.
Als Beleg der Anerkennung der hohen Verdienste Fixlmüllners um die Astronomie möge hier besonders bemerkt werden, daß Se. Majestät Kaiser Leopold der II. huldvollst die Dedication dieses Werkes anzunehmen geruhte.
Die Leitung der Sternwarte ging nun auf den Schüler Fixlmüllners P. Thaddäus Derflinger über, welcher nach seinen besten Kräften mit großem Fleiße, wenn gleich nicht mit dem scharfen Geiste Fixlmüllners die Beobachtungen bis in sein hohes Alter fortführte.
Die verworrenen Zeiten einer langen Kriegsperiode mußten natürlich vielfach hemmend auf die Cultur der Wissenschaften einwirken. Große Geldopfer zum Besten des Landes, zur Verpflegung der Kriegsheere machten es dem Stifte unerschwinglich, größere Summen auf die Anschaffung neuer Instrumente, wie sie die immer vorwärtsstrebende Wissenschaft zu Tage förderte, zu verwenden. Demohngeachtet blieb man nicht stille stehen, sondern von Zeit zu Zeit wurde das eine und andere werthvolle Instrument erworben.
Nicht unerwähnt darf hier bleiben, daß besonders der gute Ruf der Sternwarte und die hohe Achtung vor den wissenschaftlichen Anstalten Kremsmünsters es waren, welche bei den dreimaligen Besuchen der feindlichen Kriegsheere in den Jahren 1800, 1805, 1809 jede Unbilde vom Stifte ferne hielten.
Im Jahre 1806 kam Simon Lettenmayer als Mechaniker an die Sternwarte, welcher nun schon seit einem vollen halben Jahrhunderte bei den astronomischen, meteorologischen und magnetischen Beobachtungen thätige Hilfe leistet.
Die mannigfaltigen Beobachtungen und literarischen Arbeiten Derflingers sind abgedruckt in verschiedenen astronomischen Journalen, wie in Bode's Jahrbüchern von Berlin, in den Wiener=Ephemeriden, in Baron v. Zachs monatlicher Correspondenz etc.
Thaddäus Derflinger starb am 18. April 1824 in einem Alter von 75 Jahren, nachdem er der Sternwarte 33 Jahre vorgestanden hatte.
Die Direction der Sternwarte überkam nun auf P. Bonifacius Schwarzenbrunner, Professor der Physik an der hiesigen k. k. philosophischen Lehranstalt, einen Mann von ausgezeichneten Geistesgaben, gediegenen Kenntnissen und einem nie zu ermüdenden Fleiße. Sogleich nach dessen Amtsantritte begann wieder ein reges Leben auf der Sternwarte, das bei dem Alter und der Augenschwäche des Vorgängers in den letzten Jahren sich auf nur wenige Thätigkeits=Aeußerungen reducirt hatte.
Mit dem Jahre 1826 begann für die Sternwarte eine neue Aera, denn von diesem Jahre datiret die Ausstattung derselben mit den neueren Instrumenten. Durch die Gnade Sr. k. k. Majestät Kaisers Franz I., erhielt die Sternwarte im Jahre 1826 einen Theodolyten mit 12zölligen Azimuthal= und Höhenkreise und im Februar 1827 einen zweischuhigen Meridiankreis aus der astronomischen Werkstätte des k. k. polytechnischen Instituts in Wien; im Jahre 1829 eine vortreffliche Pendeluhr, verfertigt vom dänischen Künstler Urban Jürgensen, als Legat vom Herrn Generalmajor v. Fallon; im Jahre 1830 durch die Munifizenz des Abtes Joseph Altwirth ein transportables Aequatoreale mit 9zölligem Stunden= und 12zölligem Dektinationskreise.
So wurde die Sternwarte binnen wenigen Jahren durch die Gnade höchster und hoher Gönner mit den nöthigsten neueren wissenschaftlichen Apparaten ausgerüstet.
Leider dauerte die Wirksamkeit des thätigen Astronomen Schwarzenbrunner nur wenige Jahre; er starb am 29. April 1830 an einer Gehirnentzündung in einem Alter von 40 Jahren. Die Ergebnisse seiner Arbeiten finden sich niedergelegt in verschiedenen Zeitschriften, besonders in den Berliner astronom. Jahrbüchern von Bode, in den astronomischen Nachrichten von Schumacher in Altona etc.
Die Leitung der Sternwarte übernahm nun P. Marian Koller, Professor der Physik und Naturgeschichte am hiesigen k. k. Lycäum, ein Mann von allseitiger gediegener Bildung in den Naturwissenschaften; zu gleicher Zeit wurde ihm P. Wolfgang Danner, Professor der Mathematik, als Mitarbeiter adjungirt.
Kollers erste Aufgabe war, den noch nicht solid genug aufgestellten Meridiankreis so zu postiren, daß mit demselben verläßliche Resultate erzielt werden konnten, was er denn auch ohngeachtet lokaler Schwierigkeiten so gut als möglich zu Stande brachte.
Das Aequatoreale erhielt einen sehr geeigneten Platz auf der höchsten Zinne der Sternwarte mit einer durch nichts gehinderten freien Uebersicht des ganzen Horizontes.
Im November 1834 wurde P. Augustin Reslhuber als Adjunct dem Director zur Unterstützung beigegeben.
Im Jahre 1839 gründete M. Koller das magnetische Observatorium (der Zeit des Entstehens nach das zweite in den kaiserlichen Staaten).
Den meteorologischen Beobachtungen widmete Koller gleich von seinem Amtsantritte an alle Aufmerksamkeit und erweiterte das System der Beobachtungen.
Im Oktober 1840 wurde die Zahl der Arbeiter an der Sternwarte durch Herrn P. Sigismund Fellöker [Fellöcker] als Assistenten vermehrt.

An Instrumenten wurden erworben:
Die Gauß'schen Magnetometer, verschiedene meteorologische Instrumente, ein transportables Passage=Instrument, ein Chronometer in goldenem Gehäuse von Kessels in Altona etc.
Ende Oktobers 1847 wurde Marian Koller von Sr. k. k. Majestät Kaiser Ferdinand I. zum wirklichen Regierungsrathe ernannt und als Referent über die philosophischen Studienanstalten in den obersten Studienrath des Kaiserreiches nach Wien berufen, (nunmehr k. k. Ministerialrath im hohen Ministerium des Unterrichtes.)
Kollers zahlreiche Aufsätze über Astronomie, Meteorologie und Erdmagnetismus finden sich in den astronomischen Nachrichten, in den Annalen für Meteorologie und Erdmagnetismus von Dr. Lamont in München, in Gauß und Webers Resultaten aus den Beobachtungen des magnetischen Vereines, in den Jahresberichten des Museums Francisco-Carolinum in Linz, in den Denkschriften der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien etc. Aus Anerkennung der Verdienste Kollers erwählte ihn die kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien zu ihrem wirklichen Mitgliede, die philosophische Fakultät der Wiener=Universität überreichte ihm das Diplom eines Doctors (honoris causa) der Philosophie.
So wie die Sternwarte M. Koller ihre völlige Neugestaltung, eben so verdanken alle in der Sternwarte untergebrachten wissenschaftlichen Museen ungemeine Bereicherung, manche Zweige, wie das physikalische Cabinett[,] die ornithologische Sammlung eine gänzliche Umbildung, so daß die Periode der Wirksamkeit M. Koller's immer eine der glänzendsten in den Annalen des Institutes bleiben wird.
Mit dem Abgange Kollers von Kremsmünster übernahm die Direction der Sternwarte P. Augustin Reslhuber (seit 1834 Adjunct und seit dem Jahre 1841 Professor der Naturgeschichte an der k. k. philosophischen Lehranstalt). Alle Arbeiten in Astronomie, Meteorologie und Erdmagnetismus werden bis zum heutigen Tage im Geiste und mit dem Fleiße M. Koller's ununterbrochen fortgesetzt.
Im Jahre 1849 mit Beginn des Monates Oktober wurde P. Gabriel Strasser, Professor der Mathematik am k. k. Obergymnasium, als Assistent der Sternwarte zugeteilt, und im Herbste des Jahres 1852, als sich der bisherige Adjunct S. Fellöker ganz der Professur der Physik und Mathematik zuwendete, von dem Herrn Prälaten zum Adjuncten ernannt.
Durch die großmütige Unterstützung des dermaligen Herrn Abtes Thomas Mitterndorfer, k. k. Rathes und Ritters des kais. österr. Leopoldordens erwarb die Sternwarte in neuerer Zeit ein sehr werthvolles Inclinatorium vom berühmten Mechaniker Repsold in Hamburg, ein Instrument zur Beobachtung der Luft=Electricität, ein selbst aufzeichnendes Metallthermometer nach der Erfindung des Herrn Directors Kreil etc., und auch dem größten Desiderate des Observatoriums wird binnen Jahresfrist abgeholfen sein durch Anschaffung eines siebenschuhigen Refractors von 5 1/2 Pariser=Zollen Objectiv=Oeffnung.
Von der Thätigkeit der Sternwarte im jüngsten Zeitraume zeugen: Zahlreiche Aufsätze in dem Central=Journale für Astronomie „astronomische Nachrichten"; in den Sitzungsberichten und Denkschriften der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien; in den Annalen der k. k. Central=Anstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus in Wien, und in anderen wissenschaftlichen Journalen; ein selbstständiges Werk „über das magnetische Observatorium in Kremsmünster ein anderes „über die Constanten von Kremsmünster" etc. die Anfertigung des Blattes „Stunde VII der Berliner akademischen Sternkarten" durch den Herrn Adjuncten P S. Fellöker.

Dieser gedrängten Geschichte der Sternwarte möge nun noch eine kurze Aufzählung dessen folgen, was Alles in den weitläufigen Räumen des gewöhnlich sogenannten „astronomischen Thurmes" nebst den astronomischen Apparaten enthalten ist.
Oberhalb des Hauptthores der Sternwarte spricht auf einer Kupferplatte die Aufschrift:

AD GLORIAM ALTISSIMI BONARUMQUE DISCIPLINARUM ORNAMENTUM HANC SPECULAM POSVIT
ALEXANDER III.
ABBAS CREMIFANENSIS ANNO MDCCLVIII. Q. D. 0. M. B. V.

die Absicht des Erbauers aus.
Ueber dem Eingangsthore auf der Hinterseite ist sie Aufschrift: BENEDICITE SOL ET LVNA DOMINO; BENEDICITE STELLAE CAELI DOMINO.
In dem Vorhause des Erdgeschosses befinden sich an den Wänden zwei Grabsteine eingemauert, ein römischer und ein türkischer.
In den Gemächern des Erdgeschoßes ist rechts vom Eingangsthore in zwei Zimmern eine Sammlung von Säugethieren, besonders von den in hiesiger Gegend im freien Naturzustande lebenden; eine Sammlung von in= und ausländischen Fischen, die entweder ausgestopft, oder in mit Weingeist gefüllten Gläsern aufbewahrt sind; eine Sammlung von allen einheimischen und auch einigen ausländischen Amphibien.
Zwischen den in geschmackvollen Glasschränken aufgestellten Schaustücken finden sich auch Skelete des Menschen, mehrerer Säugethiere, Fische und Amphibien.
Ein Schrank enthält eine Sammlung skeletisirter Saugethierköpfe, ein anderer verschiedene Waffen von Säugethieren, Urin= und Gallen= Blasensteine, Haarballen aus den Magen von Wiederkäuern.
In den Räumen links vom Eingangsthore ist ein im Jahre 1854 neu eingerichtetes kleines chemisches Laboratorium mit einer gewählten Sammlung chemischer Präparate; ferner die Wohnung des Bedienten.
Bis zum vierten Stockwerke führen in einem großartigen, sehr lichthellen Stiegenhause bequeme Doppeltreppen, welche in der halben Höhe eines jeden Stockwerkes sich in der Mitte in eine Haupttreppe vereinigen.
Im ersten Absatze der Stiege zum ersten Stockwerke steht in einer Mauernische die Statue des Astronomen Claudius Ptolomäus, welcher in der rechten Hand eine ausgebreitete Rolle mit dem Entwurfe seines Sonnensystems hält.
In dem Vorhause und den Museen der ersten drei Stockwerke sind die Porträte aller adeligen Zöglinge, 240 an Zahl, aufgehangen, welche an der von Sr. Excellenz dem Abte Alexander III. im Jahre 1743 gegründeten und bis zum Jahre 1787 bestandenen Ritter=Akademie ihre Studien machten. Von diesen Zöglingen lebt unseres Wissens nur noch Einer, nämlich Vinzenz Reichritter von Hack auf Bornimbs, in Linz
Im ersten Stockwerke ist die ornithologische Sammlung aufgestellt; diese umfaßt mit vielleicht nur sehr geringer Ausnahme alle einheimischen Stand=, Strich= und Zugvögel; überdieß ist diese Sammlung derweilen so weit gebracht, daß alle in Europa vorkommenden Gattungen (Genera) von Vögeln durch eine oder mehrere Arten (Species) vertreten sind. Zwischen diesen finden sich auch einige außer=europäische Arten eingereiht. Einen besonderen Werth erhält diese Collection durch die beim Sammeln sorgfältig beobachtete Rücksicht auf die Verschiedenheiten des Gefieders nach Alter und Geschlecht. — Die Sammlung ist geordnet nach Temmingks Handbuch der Ornithologie. Zwei Schränke enthalten eine Sammlung von Nestern und Eiern einheimischer Vögel, ein anderer eine kleine Suite von Vögel=Skeletten.
Die übrigen Räume dieses Stockwerkes nimmt die Wohnung und Werkstätte des Mechanikers ein.
Vor einem der Fenster auf der Nordseite des Gebäudes im Vorhause dieses Stockwerkes befinden sich die meteorologischen Instrumente: Thermometer, Psychrometer, Hygrometer, Ozonometer, in der Werkstätte des Mechanikers das Barometer. Der Standort der meteorologischen Instrumente ist 196° 8 Toisen über dem Niveau des Meeres gelegen. Die Beobachtungen über die Vorgänge in der Atmosphäre wurden von Placidus Fixlmüllner im Jahre 1762 angefangen, und seit jener Zeit mit nur geringer Unterbrechung zu Anfang dieses Jahrhunderts fortgesetzt, nur erhielten sie seit den letzten vier Decennien eine viel größere Ausbeutung.
In der Mitte der Treppe zum zweiten Stockwerke ist in einer Mauernische die Statue des Astronomen Tycho de Brahe; zu seinen Füssen steht ein Holzbuch mit dem Titel „Historia coelestis". Auf einem der Deckel ist der Entwurf des Tychonischen Sonnen=Systemes.
Die sämmtlichen Räume des zweiten Stockwerkes nimmt das physikalische Cabinett ein, wohl eine der größten und werthvollsten Zierden unserer wissenschaftlichen Sammlungen. Theils freistehend, größtentheils aber in Glasschränken eingeschlossen befinden sich hier an 900 Apparate für alle Zweige der Naturlehre, als: Mechanik, Statik, physikalische Geographie, Akustik, Wärmelehre, Electricität, Magnetismus, Optik, Chemie.
Da seit mehr als einem Jahrhunderte an der hiesigen Studienanstalt die Naturlehre mit großer Vorliebe und besonderem Eifer gepflegt wird, und man entsprechend der Erweiterung und den Fortschritten der Wissenschaften auch mit der Anschaffung der nothwendigen Apparate, so weit es die Finanzkräfte des Hauses erlaubten, gleichen Schritt hielt und noch hält, so wurde allmählig dieser reiche Schatz von Instrumenten angesammelt, welcher dem Unterrichte zum größten Vortheile gereicht und den Professoren für ihren Eifer so wie für ihre Fachkenntniß, den Stiftsvorständen aber für ihre liberale Unterstützung das rühmlichste Zeugniß ausspricht.
Im dritten Stockwerke enthält ein geräumiger Saal das Mineralien= Cabinett, in welchem sowohl die oryctognostische als die petrologische und paläontologische Abtheilung reichliches Materiale zu den Zwecken des Unterrichtes bietet.
Die übrigen Zimmer dieses Stockwerkes bilden die Wohnung des Directors. In dieser befindet sich in 12 Kästen, die mehr als 6000 Bände enthaltende Bibliothek der Naturwissenschaften, als der Astronomie, Mathematik, Physik, Meteorologie, des Erdmagnetismus, der Chemie, Naturgeschichte, Geologie, so wie das Archiv der Sternwarte und eine Sammlung von astronomischen, magnetischen und Meß=Instrumenten.
An den Wänden hängen die Porträte der Directoren der Sternwarte und mehrerer ausgezeichneter Astronomen.
Im Vorhause dieses Stockwerkes ist an einem der nach Nord gerichteten Fenster ein selbstaufzeichnendes Metall=Thermometer nach der Erfindung des Herrn Direktors Kreil aufgestellt.
Auf der Mitte der Treppe ins vierte Stockwerk ist in einer Mauernische die Statue des großen Astronomen und Mathematikers Joannes Keppler; der Statue zur Rechten ist ein Tischchen mit einem aufgeschlagenen Buche, auf dessen linker Seite der Titel von Kepplers berühmter Abhandlung „Commentarius de stella Martis" zu lesen ist. Auf dem Tischchen liegen noch zwei aufgerollte Blätter, deren das Eine die elliptische Bahn des Planeten Mars, das Andere die elliptischen Bahnen der Planeten Merkur, Venus, Erde mit dem Monde, Mars, Jupiter, Saturn mit der Sonne als Centralkörper in dem einen der Brennpunkte dieser Bahnen darstellet.
Das IV. Stockwerk enthält in einem den ganzen inneren Raum des Gebäudes einnehmenden Saale, dessen Plafond von den Hauptmauern und vier mächtigen Pfeilern getragen wird, eine Sammlung älterer Gemälde, 432 an der Zahl; es finden sich darunter manche werthvolle Originalien von van Dyk, Lucas von Leyden, den Gebrüdern Breughel, Hanns Holbein, Sandrart, Rosa da Tivoli, Michael Coxkye, Luca Giorbano, den Gebrüdern Hamilton, Altomonte, Frank, Schwarz, Schmid (von Krems), so wie manche gute Copien älterer Meisterwerke.
Die Wände sind getäfelt, der Plafond ist mit seiner Stoccatur=Arbeit geziert, und enthält in drei Abtheilungen die Abbildungen der neun Musen mit ihren Emblemen.
In diesem Saale befindet sich in dem gegen Südost gerichteten Theile in vier Kästen die Insekten=Sammlung, in welcher die Fauna unserer Gegend nach allen Ordnungen dieser Thierklasse durch mehr als 10.000 Arten sehr gut vertreten ist.
Noch ist in diesem Saale ein von dem Stiftsgeistlichen P. Alan Hubinger im J. 1824 verfertigter Erdglobus von einer Klafter im Durchmesser aufgestellt.
Vom vierten Stockwerke führet in einem der Hauptpfeiler eine Wendeltreppe von 155 Stufen zu den oberen Etagen des Gebäudes.
Im mittleren Theile des V. Stockwerkes ist in zwei Glasschränken ein Herbarium mit 5.000 Pflanzenarten aufbewahrt, durch welche die Flora von Ober= und Nieder=Oesterreich und Salzburg fast vollständig repräsentirt ist. Zu dem findet sich hier
a. eine Sammlung von 140 Holzbüchern, nach der ersten Idee des Nürnberger Hinterlang, deren jedes Holz, Rinde, Blätter, Blüthen, Blüthenstaub, Frucht, Saamen etc. einer Holzpflanze, so wie die auf selber parasitisch vorkommenden Moose, Flechten, Schwämme nebst einer Beschreibung der Pflanze enthält.
b. eine kleine Sammlung von Saamen und Saamengehäusen mehrerer Pflanzen;
c. eine Sammlung von Schwämmen aus Wachs geformt, so wie einiger Naturschwämme von Holzpflanzen.
In eigenen Rahmen der drei nach Nordost gerichteten Fenster dieses Kabinettes sind alte Glasgemälde aufgestellt.
Das elliptische Gewölbe dieses Locales eignet sich ganz vorzüglich zur Reflexion der Schallwellen, daher dieses Zimmer vorzugsweise das akustische genannt wird.
In einem freundlichen Gemache auf der Ostseite dieses Stockwerkes ist der Meridiankreis aufgestellt, neben ihm hängt an der östlichen Wand die Hauptuhr der Sternwarte (von Urban Jürgensen).
Zur dankbaren Erinnerung an das kaiserliche Gnadengeschenk hängen an der einen Hauptwand die wohlgetroffenen Portraite der k. k. Majestäten Franz I. und höchst dessen Gemahlin Carolina Augusta mit der Ueberschrift: Addidit hoc studiis nostris Pater ipse juvamen. MDCCCXXVI.
An einer zweiten Wand befinden sich die lithographirten Portraite des Generals v. Fallon, welcher die werthvolle Uhr der Sternwarte als Legat testamentarisch bestimmte; des Professors S. Stampfer, eines vieljährigen Freundes des Observatoriums, dem vorzüglich der Meridiankreis namhafte Vervollkommnung verdankt; über der Uhr das des Chronometer=Machers Heinrich Kessels von Altona, welcher durch die Verbesserung und Umarbeitung der Uhr im J. 1849 sich um dieselbe ein großes Verdienst erworben hat.
Die VI. Etage nimmt ein zwei Stockwerke hoher geräumiger Saal, der zierlich mit Marmor gepflastert ist, ein. Hier war das ursprüngliche alte Observatorium, besonders für die Meridian=Beobachtungen, mit zwei mächtigen Mauern=Quadranten (von 9 Schuhen Halbmesser), Zenithsectoren, mit Fernröhren zu den Beobachtungen des Polarsternes in seinen Culminationen. Jetzt finden sich daselbst transportable astronomische Instrumente; ein Theodolyt mit zwölfzölligem Azimuthal= und Höhen=Kreise, ein Bordaischer Kreis von Reichenbach, ein Halley'scher Spiegelsextant von Trougthon, ein Frauenhofer'scher Achromat von 33"'5 Pariser Linien Objectiv=Oeffnung, zwei Fernröhre von Dollond, ein alter Quadrant, Sextant etc., zwei Globen (Erd= und Himmels=Globus) von Guilielmus Bläuw von zwei Schuhen Durchmesser, zwei astronomische Uhren und die Gauß'schen Magnetometer zur Beobachtung der Aenderungen der magnetischen Deklination und Horizontal=Intensität nebst den hiezu nötigen Fernröhren, Skalen etc.
Am Fußboben durchziehet den Saal in schiefer Richtung auf dessen Längen=Dimension eine 56 Fuß lange Meridianlinie mit einem 14 Fuß hohen Gnomone.
An den Wänden hängen in Glasrahmen die Sternkarten von Bodo, Portraite von Copernicus, Frauenhofer, Reichenbach, Plazidus Fixlmüllner und seinem Mechaniker Johannes Illinger.
In der Höhe des Fußbodens dieses Saales endigen die beiden Seitenflügel der Sternwarte in Plattformen, welche mit einer starken Mauerbrüstung Altanen bilden. An der Mauerbrüstung sind starke Marmorplatten befestiget zur Aufstellung transportabler Fernröhre.
Das VIII. Stockwerk bildet ein vieleckiges kleines Zimmer mit Ausgängen auf zwei in der Richtung von Südwest nach Nordost gegenüberliegenden Altanen, von welchen aus man eine wunderliebliche Rundsicht in die wirklich malerische Umgegend genießt.
Im Zimmer enthalten zwei Schränke mit Aufsatzkästen Sammlungen von Conchylien, Crustaceen, Radiaten, Polyparien.
Hier wird in einem Schreibkasten das Gedenkbuch zur Namens=Verewigung der Besucher der Sternwarte aufbewahrt, welches mit dem Jahre 1802 beginnend in sieben Quartbänden bereits über 30.000 und darunter viele höchst interessante Handschriften enthält.
Vom achten Stockwerke führt die Wendeltreppe auf die Zinne des Gebäudes, welche in einer Plattform besteht, umschlosen von einer starken Mauerbrüstung; in den vier Ecken sind kleine Erkerthürmchen, in deren Einem eine Camera obscura, in dem Zweiten ein Regenmesser sich befindet.
In dem Dritten ist die mit einem Eisengitter umfangene Oeffnung des durch das ganze Gebäude bis zur Grundfeste in eine Tiefe von 30 Klaftern sich senkenden, gegen vier Fuß weiten sogenannten astronomischen Brunnens. Diese Localität wurde in neuester Zeit benutzt zur Aufhängung eines Pendels mit einem 29 Klafter langen Drahtfaden zu dem Versuche, aus den Schwingungen des Pendels und der Aenderung der Lage der Schwingungsebene gegen den astronomischen Meridian nach den verschiedenen Tageszeiten die Axendrehung der Erde nachzuweisen. (Foucault's Pendel=Versuch als Beweis für die Axendrehung der Erde)
Im vierten Thürmchen endet die Wendeltreppe. Zwischen den Thürmchen drei und vier ist ein runder Aufbau überdacht mit einer drehbaren halbkugelförmigen Metall=Kuppel.
Im Inneren steht auf einem soliden Pfeiler aus Backsteinen, der auf einer der innerstes Hauptmauern des Gebäudes basirt, das Aequatoteale. Mit diesem Instrumente, da es den höchsten Punkt der Sternwarte einnimmt, beherrscht man ohne einem entgegenstehenden Hindernisse den ganzen Horizont. Neben dem Fernrohre hängt in einer Mauernische eine astronomische Pendeluhr.
An dem Thürmchen III ist eine sieben Klafter hohe Stange befestiget; diese trägt an ihrem obersten Ende ein acht Ellen langes fußbreites Band zur Beobachtung der Windesrichtung. Bei besonderen Festen oder bei Anwesenheit hoher Gäste weht an derselben eine mächtige Flagge mit den erzherzoglichen Farben.
Zur Sternwarte gehört auch ein im Garten ferne von allen Gebäuden stehendes eisenfreies Observatorium, das aus Holz in Form eines Kreuzes erbaut ist. In demselben ist ein Gauß'sches Magnetometer nebst einem Fernrohre bleibend aufgestellt zu den absoluten Bestimmungen der magnetischen Deklination und Horizontal=Intensität.
So ist demnach die Sternwarte der Vereinigungs=Punkt aller der Hilfsmittel, welche das Stift zum Studium der manigfaltigen Zweige der Naturwissenschaften besitzt.
Was den Werth des wissenschaftlichen Apparates ganz besonders erhöht, ist, daß dieser nicht müssig dasteht, sondern zum Zwecke des Unterrichtes der studierenden Jugend und zur Förderung der Wissenschaft auf das Beste fruchtbringend verwendet wird.
War das Gebäude im Entstehen ein Gegenstand des Gespöttes, so ist es nun seit Langem die größte Zierde des Stiftes.
Die Absicht des erhabenen Gründers der Sternwarte wurde durch die kräftige Pflege und Unterstützung von Seite aller seiner Nachfolger und den regen Eifer wissenschaftlicher Männer in erfreulichster Weise erreicht; es bleibt nur der Wunsch, daß in gleichem Geiste und mit demselben Fleiße noch recht lange gewirkt werde zur Verherrlichung der Allmacht des Schöpfers und zur Bildung und Veredlung der Menschheit.
Quod Deus Optimus Maximus Bene Vertat!


Quellen und Literatur:

RESLHUBER, P. Augustin 1856: Die Sternwarte Kremsmünster, in: Der Oberösterreicher, 3. Jg., Linz



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(c) P. Amand Kraml 2010-10-31
Letzte Änderung: 2011-01-24