Objekt des Monats

aus dem Museum der Sternwarte Kremsmünster

Dezember 2004


Frauenhofer

Frauenhofer'scher Kometensucher

Stativ: Eisen, Messing, Glaslibelle, Höhe: 53 cm, Fußradius; 20 cm
Teleskop: Kirschholz, Messing, Glas, Länge: 68 cm,
Objektivdurchmesser: 9,2 cm, Okulardurchmesser: 5 cm

Foto: P. Amand Kraml


Frauenhofer'scher Komentensucher

Zu diesem Objekt können wir aus Fellöckers Geschichte der Sternwarte folgendes erfahren:

Signatur In demselben Institute bestellte Schwarzenbrunner im November 1825 einen Kometensucher, dessen Fernrohr ein achromatisches Objectiv von 24 Zoll Brennweite, 34 Linien Oeffnung und zwei astronomische Oculare von 10 und 15 maliger Vergrösserung mit einem Gesichtsfeld von 6 Graden hätte.

Der Fraunhofer'sche Kometensucher selbst kam am 10. October 1826 hier an und kostete 94 fl. 10 kr. C. M., welche „ein Mitglied unseres Stiftes, P. Anton Viehböck, welcher als theologischer Professor in Linz etwas mehr jährlichen Gehalt bezog, aus der allmäligen Ersparung an seinem eigenen Gehalte bestritt." (Schwarzenbrunner an Littrow 21. März 1826.) Im April 1827 liess Schwarzenbrunner den Kometensucher parallaktisch montieren und auch mit einem Angular-Mikrometer versehen, während er ursprünglich nur ein Ring-Mikrometer besass. (Utzschneider 26. September 1826; Astron. Nachrichten V. Band, S. 450 — 451.) (Fellöcker, 235)

Den Fraunhofer'schen Kometensucher liess Koller im Jahre 1835 in der Weise montiren, dass er eine verticale gusseiserne Säule, einen kleinen Azimuth und einen kleinen Höhenkreis bekam. Die Kosten der Umänderung betrugen beiläufig 50 fl. Zum bequemeren Gebrauche für grössere Höhen, etwa über 60 Grade, dachten Stampfer und Koller zuerst (1835) einen kleinen Planspiegel vor der Ocularöffnung unter 45°, später (1840) ein prismatisches Ocular anbringen zu lassen. Man kam von diesem Gedanken wieder ab, weil in beiden Fällen das Gesichtsfeld sehr beschränkt worden, und ein grösseres hinreichend reines und homogenes Flintglas-Prisma, wie es im zweiten Falle nöthig gewesen wäre, sehr schwer zu erhalten gewesen wäre. So unscheinbar der Gegenstand sein mag, so interessant sind doch Stampfer's Briefe darüber vom 20. September und 8. December 1835, vom 11. Juli 1836 und vom 8. April und 7. Mai 1840. (Fellöcker, 280)


Quellen und Literatur:

FELLÖCKER, P. Sigmund, Geschichte der Sternwarte der Benediktiner-Abtei Kremsmünster, Linz 1864



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(c) P. Amand Kraml 2004-03-31
Letzte Änderung: 2008-03-22