Objekt des Monats

aus dem Museum der Sternwarte Kremsmünster

September 2003


Zecke

REM-Bild: Kopf einer Zecke, ventral
erstellt mit der von uns entwickelten Software zum Digitalisieren von REM-Bildern
Foto: P. Amand Kraml


Software zum Digitalisieren von REM-Bildern

Bei dem hier vorgestellten Objekt des Monats handelt es sich nicht um ein Museumsobjekt im bisher verwendeten Sinn. Es ist vielmehr ein Werkzeug im naturhistorischen Bereich der Sternwarte. Seit ca. einem Jahr hat die Sternwarte Kremsmünster ein Rasterelektronenmikroskop (REM) in Betrieb. Es handelt sich dabei nicht um eine Neuanschaffung. Das würde unsere finanziellen Möglichkeiten bei weitem überfordern. Es handelt sich bei diesem Gerät - Cambridge Stereoscan 600 - um ein ausrangiertes REM, das vor der Verschrottung bewahrt wurde. Es gibt Hobbyisten, die es besonders reizvoll finden, solche museale Geräte wieder in Betrieb zu nehmen. Dass dabei die Arbeitsstunden keine Rolle spielen dürfen, versteht sich von selbst.

REM-AK
P. Amand Kraml am REM mit der von ihm angefügten Digitalisier-Einrichtung
Foto: P. Amand Kraml
Dieses Gerät nun hat - seiner Entstehungszeit entsprechend - nur die Möglichkeit Bilder auf einem fotografischen Film (bzw. einer "Platte") aufzunehmen. Diese Aufnahmen erfordern viel Zeit und Material. Um hier einzusparen lag es nahe, das Gerät so einzurichten, dass die erzeugten Bilder digitalisiert werden. Damit können sie direkt in den Computer eingelesen werden. Natürlich ist damit noch kein Gerät vorhanden, das die technischen Daten eines modernen REMs aufweist, aber wie oben erwähnt, ist eine Zeit- und Materialersparnis ohne bedeutenden Eingriff in das museale Gerät gegeben.
Die Einrichtung ist denkbar einfach. Auf der Hardware-Seite kommt ein 2-Kanal Analog/Digital-Wandler (Virtual Instrument ADC-212 der englischen Firma "Pico" - seit Nov. 2004 PicoScope 3206) zum Einsatz. Dabei ist Kanal B im Trigger-Modus an den Zeilenausgang des REMs, ein Sägezahnsignal in der Zeilenfrequenz des Rastervorgangs, angeschlossen. Über Kanal A wird das Bildsignal - auch dieses steht an einer BNC-Buchse am Stereoscan 600 zur Verfügung - in Bildpunkte umgewandelt. Ein einfaches Delphi-Programm liest nun die Bilder, während sie Zeile für Zeile gescannt werden, in den Computer ein und macht daraus eine Bild-Datei. Die maximale Auflösung der Bilder (640 x 980 Pixel, Neue Software: 1000 x 1500) ist durch die Anzahl der Zeilen gegeben, die das Rasterelektronenmikroskop liefert. Verschiedene Einstellmöglichkeiten zur Anpassung des A/D-Wandlers, der Bildeigenschaften sowie zum Einfügen von Beschriftungen sind ins Programm mit Windowsoberfläche eingebaut.
Für das neue Schuljahr ist wiederum ein "Privatissimum" für die Schüler unseres Gymnasium geplant. Der Kurs wird zwar dann nicht mehr das Entwickeln von Schwarz/Weiß-Filmen einschließen, aber dafür wesentlich einfacher Bilder liefern.

Natürlich sind wir gerne bereit, an Interessierte weitere Informationen und auch die Software abzugeben. Quellen und Literatur:

KRAML, P. Amand 2008: 250 Jahre Sternwarte Kremsmünster, in: Öffentliches Stiftsgymnasium Kremsmünster 151. Jahresbericht, 33-83, Thalheim



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(c) P. Amand Kraml 2003-10-20

Letzte Änderung: 2010-11-09