Objekt des Monats

aus dem Museum der Sternwarte Kremsmünster

Februar 2018


Laute
Laute, Detail aus dem Porträt des Ritterakademikers Gaudenz Freiherr von Heydon
Porträtsammlung der Ritterakademiker Nr. 54,
Ölgemälde auf Leinwand von Georg Morzer, 1751
Foto: P. Amand Kraml


Musiker unter den Absolventen der Ritterakademie

Die umfangreiche Galerie der Schüler der Ritterakademie von Kremsmünster bietet eine vielschichtige Quelle für die Bearbeitung unterschiedlichster historischer Fragestellungen. Die Gegenstände, die den Zöglingen auf ihren Porträts beigeordnet sind, ermöglichen verschiedene Kategorisierungen. So könnte man sich über die damals beliebten Hunderassen Gedanken machen, man kann der Beschäftigung mit Naturaliensammlungen auf den Grund gehen oder aber der Frage nachgehen, welche Zöglinge wohl ein Musikinstrument gespielt haben und denen dies auch wichtig genug war, sich mit ihrem Instrument darstellen zu lassen. Letzteres ist leicht gemacht und es sollen hier all die Bilder und die Texte aus P. Bernhard Pösingers Arbeit präsentiert werden.
Da diese durch verschiedene Einschübe nicht durchgehend paginiert ist, erscheinen jeweils zwei Seitenangaben. Die zweite Zahl ist die der digitalisierten Gesamtarbeit, wie sie für die Sternwartebibliothek kopiert und zusammengestellt wurde.

Poldt 50
Anton Wilhelm Edler von Poldt
ist der Sohn des Schloßhauptmannes zu Gallenstein Josef Franz Poldt, der 1728 geadelt und 1738 in den Ritterstand erhoben wurde. Der junge Poldt wurde am 12. Juni 1730 in der Pfarre St. Gallen in Steiermark getauft. Er absolvierte in den Jahren 1750-1752 an der Akademie Jus. 1758-1760 erscheint ein Anton Polt als Supernumerar-Rat beim k. k. Landrecht in Graz. 1774 dürfte er gestorben sein.
Das Porträt gehört dem Jahre 1750 an, in dem der Zögling sein 20. Lebensjahr vollendete. Er sitzt auf einem grünen Samtstuhl und schlägt die Harfe. Das längliche mannhafte Gesicht ist durch eine hohe Stirne, dunkle Augen und eine gebogene Nase gekennzeichnet. Die blaue Weste ist mit breiten Silberborten besetzt, der Rock ist rot gefärbt.

(Pösinger, .. 75)


Fraunhofen 53
Theophil Andreas Corsinus Christian Maria Freiherr von Alt und Neu Fraunhofen
einem der ältesten bayrischen Adelsgeschlechter wurde am 5. Februar 1733 in Moosthenning in Bayern geboren. Er studierte eine Zeitlang im Kloster Mattersdorf und absolvierte als Zögling der Akademie im Schuljahr 1751 ein Jahr Jus. Er wurde im Jahre 1757 unter dem Namen Nonnosus Kapitular von Kempten, empfing im nämlichen Jahre die Priesterweihe und starb am 16.Jänner 1792.
Das Porträt, das nur dem Jahre 1751 angehören kann, stellt ihn in seinem 19. Lebensjahre dar. Er sitzt auf einem roten Stuhl und spielt auf dem Cello. Das breite Gesicht weist volle Wangen, einen breiten Mund und kräftige Lippen auf. Der violette Rock ist mit goldenen Ärmeln geschmückt, die Goldbrokatweste reich geblümt, über Rücken und Unterleib ist der blaue Mantel gebreitet.

(Pösinger, .. 78)


Heydon 54
Gaudenz Freiherr von Heydon
der einzige Sohn des Feiherrn Franz Karl Ignaz und der Maria Elisabeth geb. Gräfin von Hörwarth, wurde im Jahre 1732 zu Regensburg geboren und absolvierte als Zögling der Akademie in den Studienjahren 1751-1754 vier Jahre Jus und starb am 2. März 1772, wahrscheinlich zu Landshut in Bayern.
Das Porträt stammt aus dem Jahre 1751, in dem der Zögling etwa 19 Jahre alt war. Er ist mit einer gelben Weste, einem grauen Rock und einem roten Mantel bekleidet und spielt die Laute. Das längliche Gesicht ist durch gerötete Augenlider und eine große Nase gekennzeichnet.

(Pösinger, .. 79)


Auersperg 58
Leonhard Josef Johann Nepomuk Volkhard Graf von Auersperg
ein Bruder des eben erwähnten Grafen (N. 57) wurde am 9. Mai 1741 in der Pfarre St. Stephan zu Wien getauft, trat im Herbst 1750 in die Akademie ein und absolvierte in den Schuljahren 1751-1753 die ersten Gymnasialklassen. Als k. k. Major machte er den Türkenkrieg mit und verlor 1789 bei einem Ausfall bei Belgrad das linke Auge und quittierte 1790 als Oberstleutnant den Kriegsdienst. Nach dem Tode seines Bruders wurde er Majoratsherr zu Peilhstein, St. Leonhard am Forst und Ernegg, wo er als Letzter der Peilensteiner Linie am 22. November 1804 starb.
Das Porträt gehört dem Jahre 1751 an und stellt den Grafen in seinem 10. Lebensjahre dar. Vor ihm liegt auf einem Tisch ein gekrönter Totenkopf, ein umgestürzter Herzogshut, ein Marschallstab und ein Notenheft; daneben ein Spruchband mit der Inschrift: Eitelkeit der Eitelkeiten und alles ist Eitelkeit. Die Rechte hält einen Rosenstrauch, die Linke deutet auf das Spruchband. Über den Rücken und rechte Schulter ist der rote Mantel gebreitet, der Rock ist grün, die Weste gelb gefärbt. Wenn man vom Altersunterschied absieht, kann man einige Ähnlichkeit mit dem Bild N. 57 erkennen.

(Pösinger, .. 83)


Stotzingen 87
Josef Anton Friedrich Wilhelm Freiherr von Stotzingen
erblickte am 22. November 1737 zu Rheinfelden in Schwaben das Licht der Welt; sein Vater war Oberstleutnant Maximilian (+1755) seine Mutter Josefa geb. Freiin v. Baden (+1778). In Kremsmünster absolviert er 1756-1757 das Lyzeum. Er wurde k. k. Kämmerer (1773) und Ritterschaftsrat, vermählte sich 1775 mit M. Antonie Freiin von Ow (+1836) und starb am 3. Dezember 1815 auf dem von ihm gestifteten Fideiskommiss Steisslingen im Grossherzogthum Baden. (Aus einer Nachkommenschaft stammen die gegenwärtigen Sprossen des uradeligen Geschlechtes).
Im Jahre 1756 ließ sich der 19 jährige Lyzeist als Flötenspieler porträtieren. Das mannhafte dunkle Gesicht weist dunkle Augen schwarze Brauen und eine Adlernase auf. Die Weste besteht aus Drap d'or, der grüne Rock ist mit goldenen Borten besetzt. Im Hintergrund flattern die Enden des roten Mantels und die Maschenbänder der schwarzen Perücke.

(Pösinger, 54 107)


Alberstorf 106
Ferdinand Freiherr von Alberstorf
wurde als Sohn des Oberstleutnants Johann Bapt. Freiherr v. A. und der Maria Franziska geb. Freiin von Schrenck (+1783) am 29. August 1744 in der Dompfarre Brünn getauft, Er besuchte im Schuljahre 1759 die oberste Gymnasialklasse ging dann zum Militär, avancierte im Infanterieregiment N. 29 zum Kapitänleutnant und erscheint als solcher zum letzten Mal im Jahre 1786.
Das Porträt, das nur dem Jahre 1759 angehören kann, stellt den 15 jährigen Zögling als Klavierspieler dar. Das blasse Gesicht weist eine niedere Stirn eine kräftige Nase und einen breiten Mund auf. Der weisse Hemdkragen ist mit einer schwarzen Binde, der rechte Arm mit dem roten Mantel bedeckt. Rock und Weste sind blaugrau gefärbt, und mit silbernen Borten besetzt. Im Hintergrund hängt ein mit Quasten verzierter Vorhang.

(Pösinger, 60 115)


Wimmer 114
Felix Josef Wimmer
am 23. Februar 1751 in der Dompfarre zu Passau getauft, stieg in den Schuljahren 1761-1767 von den Prinzipien zur Logik auf. Er wurde wie sein Vater Felix bischöflicher Hofrat in Passau und starb daselbst am 17. Dezember 1788.
Das Porträt entstand im Jahre 1761 und verewigt den Zögling in seinem 11. Lebensjahr. Er sitzt beim Spinett und hält in der linken Hand ein Notenblatt. Der Mantel ist rot, der Rock violett, die Weste blau gefärbt und überdies mit schmalen Goldborten besetzt. Das Gesicht wird durch eine niedere Stirn, grosse dunkle Augen und eine kurze Nase gekennzeichnet.

(Pösinger, 63 119)


Gugomos 115
Siegmund Franz Xaver Sebastian Johann Nepomuk Petrus Albert Freiherr von Gugomos
empfing am 19. Jänner 1744 zu St. Martin in Landshut die Taufe; sein Vater war der Forst- und Wildmeister Felix Leopold (+1769), seine Mutter Maximiliana Eleonore geb. Gräfin von Colle (+1790). Er absolvierte in den Studienjahren 1761-1762 das Lyzeum und übernahm später das Forstamt in Landshut, wo er als bayrischer Kämmerer und Regimentsrat am 2. Jänner 1805 sein Leben beschloss.
Im Porträt das dem Jahre 1761 angehört, paradiert der 18 jährige Lyzeist als Violinspieler mit Mantel und Geige. Die schwarze Halsbinde liegt leicht auf der Weste, die ebenso wie der Rock blaugrün gefärbt und mit Goldborten besetzt ist. Das Gesicht zeichnet sich durch dunkle schlitzförmige Augen, eine spitze Nase und ein spitzes Kinn aus.

(Pösinger, 63-64, 119-120)


Moll 175
Karl Maria Erenbert Freiherr von Moll,
ein Sohn des Hofrates Ludwig Gottfried von Moll (+1804) und der Leopoldine geb. Freiin Christani von Rall (+1800), erblickte am 21. Dezember 1760 zu Talgau b. Salzburg das Licht der Welt. Sein Vater, der 1789 zum Baronat gelangte, erwarb ihm einen ständischen Stiftsplatz in Kremsmünster, wo er in den Schuljahren 1773-1780 vom Tertianer zum Juristen avancierte. Er wurde Kammerdirektor in Salzburg, kgl. Geheimrat und Klassenvorstand der bayrischen Akademie der Wissenschaft. Hochgeehrt als Mensch, Beamter und Gelehrter starb er am 31. Jänner 1838 zu Augsburg. "Seine Verdienste fanden von Seiten des Staates und in der gelehrten Welt verdiente Würdigung"; der König von Bayern verlieh ihm im Jahre 1809 das Ritterkreuz des Zivilverdienst-Ordens der bayrischen Krone und 22 gelehrte Akademien zählten ihn zu den ihrigen". Das Erstlingswerk seiner literarischen Tätigkeit war eine Beschreibung des Stiftes Kremsmünster. (Sein Bruder Joachim studierte in den Schuljahren 1778-1782 am Gymnasium, sein Bruder Johann 1776-1780.)
Der 13 jährige Zögling ließ sich im Mai 1773 als Klavierspieler darstellen. Er trägt über der goldbordierten Seidenweste einen blauen Schlafrock, der reich verschnürt und mit Pelzwerk verbrämt ist. Das breite Gesicht erhält durch die vollen Backen, die kleine Nase, den breiten Mund und die benachbarten Falten einen freundlich gutmütigen Ausdruck, der sich merkwürdigerweise auf einem Konterfei des erwachsenen Mannes wiederfindet. Der Hintergrund wird teils vom Wappen teils von verschiedenen Zimmerdekorationen erfüllt.

(Pösinger, 84-85 143-144)


Schwingheim 178
Alois Nikolaus Ignaz Franz Seraph Ernst Edler von Schwingheim
wurde als Sohn des Repräsentationsrates Franz (+1764 )und der Maria Anna geb. v. Brunnetti (+1782) am 12. Jänner 1753 in der Stadtpfarre Linz getauft. Seit 5. November 1773 Zögling der Akademie erhielt er im Herbst 1774 ein ständisches Stipendium, das er bis 1776 zum Studium der Rechte benützte. Er vermählte sich mit Sophia von Spaun (+1802) wurde Regierungssekretär ob der Enns und starb in seiner Vaterstadt am 22. Jänner 1837 nachdem er 1820 seinen einzigen Sohn Johann zu Grabe geleitet hatte. Das Geschlecht, das er beschloss war 1564 in den Adelsstand und 1696 in den Reichsritterstand erhoben worden.
Der 22 jährige Jurist, der sich im Sommer 1774 porträtieren ließ hat eine Flöte in Händen und ein Notenblatt vor sich. Rock, Weste (und Hose) sind einheitlich violett gefärbt und mit schmalen Silberborten besetzt. Das gefällige Antlitz gibt sich durch eine hohe Stirn, graue Augen, schmale Wangen und grosse Lippen zu erkennen.

(Pösinger, 86 146)


Malenich 204
Franz Alexander Graf Malenich de Rurilovec
ein Sohn des Agramer Statthaltereirates Alexander Michael (+1780) und der Rosina geb. Messich, hörte an der Akademie vom 8. Dezember 1779 bis 5. Dezember 1780 Philosophie (und Jus). Im Jahre 1776 war er mit seinen Eltern in den Grafenstand erhoben worden.
Das Porträt gehört dem Jahre 1780 an und stellt den etwa 18 jährigen Zögling als Violinspieler dar. Er trägt ein gefaltetes Halstuch, einen grünen Rock und eine blaue Weste, die beide mit einem Umlegkragen und schmalen Silbertressen besetzt sind. Das Gesicht zeichnet sich durch eine hohe Stirn, eine lange Nase, einen breiten Mund und wulstige Lippen aus.

(Pösinger, 94 155)


Quellen und Literatur:

PÖSINGER, P. Bernhard, o. J.: Die Ritterschüler von Kremsmünster und ihre Porträts, Kremsmünster [Typoskript]



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(c) P. Amand Kraml 2018-02-24
Letzte Änderung: 2018-03-01