Objekt des Monats

aus dem Museum der Sternwarte Kremsmünster

August 2017


Desings Brief
Beginn des Briefes von Desing an Töpsl, München, Bayerische Staatsbibliothek,
Cod. lat. 11486, 17r.


Beschreibung der Sternwarte in einem Brief von P. Anselm Desing an Propst Fanciscus Töpsl

Unter den zahlreichen bisher vorgestellten Beschreibungen der Sternwarte ist wohl die hier präsentierte eine der wichtigsten, stammt sie doch von dem Planer unserer Sternwarte Anselm Desing. Desing aus dem Kloster Ensdorf ist am 23. 8. 1759 als ordentliches Mitglied in die historische Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen worden. Als solches gibt er in einem umfangreichen Brief vom 27. 12. 1759, der in der Bayerischen Staatsbibliothek erhalten ist, auf 28 Seiten einen recht ausführlichen Bericht über die Errichtung der Kremsmünsterer Sternwarte. Der Brief ist an den Propst Francisus Töpsl des Augustiner-Chorherren-Klosters Polling in Oberbayern gerichtet.
P. Ansgar Rabenalt hat sich die Mühe gemacht, den lateinischen Text ins Deutsche zu übersetzen. Der lateinische Text aus dem Münchner Codex latinus 11486 und Rabenalts Übersetzung sollen hier dem interessierten Leser zur Verfügung stehen.

Lateinischer Text Desings

fol. 17r
Historia Observatorii Cremifanensi in Austria Superiore
Monasterium est Austriae Superioris, Cremifano nomen, vulgo Cremsmünster, Salvatori nostro ab origine Sacrum, et memoria B. Mart. Agapiti insigne, nulli praeterea ex omni B. Benedicti Patris familia facile secundum. Non vanam parietum magnifice et substructorum, et exornatorum dico, ostentationem. Sed religionem, praestantium ingemorum copiam, Eruditionem Iuventutis, et inexhaustam adhuc in omnes Ordines beneficentiam, dignam profecto, quae a largissimo Numine iis opibus sustentetur, confirmeturque quae perpetuo effluere rursus in publicos, plurimorumque privatos usus possint, Opus magni quondam, non aeque, felicis Thassilonis Bojariae Ducis: a magno quondam Carolo paulo post stabilitum; a non minore Henrico rege Secundo Imperatore primo ex Barbarorum illatis favillis resuscitatum. Quid vero ab his Triumviris aeque Sanctis, aeque magnis exspectes non magnum, non sanctum?
Regebat ante hos annos nobilem hujus Praesulatus Spartam Vir non sine interiore sensu mihi nominandus Reverendissimus atque Excellentissimus Alexander II. cognomine Fixelmüller S. Caes. et Reg. Maj. Consiliarius actualis intimus inclytorum Aust. Sup. Ordinum Deputatus, Abbatum ejusdem Provinciae Primas perpetuus, hoc ipso anno Januarii die 21. fato suo piissime, placidissime defunctus. Vir in ea dignitatum claritate omnium modestissimus, sanctissimae vitae, claritatis in omnes, egentes cum maxime, profluentissimus. Quae si decora exemplaque hominis inter mortales rari percurrere velim singula, commentario mihi insudandum erit bene prolixo.

Rabenalts Übersetzung

fol. 17r
Geschichte des Observatoriums von Kremsmünster in Oberösterreich
Das Kloster Cremifanum, im Volksmund Cremsmünster genannt, liegt in Oberösterreich. Von seiner Gründung an ist es dem Erlöser und dem hl. Märtyrer Agapitus geweiht. Es ist berühmt und steht kaum einem anderen Kloster des Benediktinerordens nach. Ich meine damit nicht die Pracht der Gebäude und die Ausschmückung, sondern das klösterliche Leben, die große Zahl vortrefflicher Gelehrter, die Erziehung der Jugend und die Großzügigkeit, würdig fürwahr, daß sie vom freigebigen Höchsten Wesen unterstützt wird und Kraft erhält, für jene Werke, die fortlaufend dem öffentlichen und privaten Nutzen vieler zugute kommen. Es ist eine Gründung des großen aber nicht immer glücklichen Baiernherzogs Thassilo, wurde von dem einst großen Karl kurz dananch bestätigt und von dem nicht minderen König Heinrich II. dem ersten Kaiser, aus der durch die Barbaren verursachten Asche wiederhergestellt. Was wollte man auch von einem solchen Triumvirat gleich ehrwürdiger und großer Männer erwarten, wenn nicht etwas Großes, etwas Ehrwürdiges.
Das hohe Amt eines Prälaten bekleidete Vor Jahren ein Mann, dessen Namen ich nicht ohne tiefes inneres Empfinden aussprechen kann: der hochwürdigste und erlauchte Alexander II. mit dem Nachnamen Fixelmüller, wirklicher kaiserlicher und königlicher Geheimrat, Abgeordneter der hochberühmten Stände Oberösterreichs, auf Lebenszeit Primas der Äbte derselben Provinz, nach Gottes Vorsehung in diesem Jahre am 21. Jänner fromm und friedlich verschieden. Ein ungeachtet dieser hohen Würden äußerst bescheidener Mann, von heiligmäßigem Lebenswandel, großer Liebe zu allen, freigebig besonders den Bedürftigen gegenüber. Wollte ich die Vorzüge dieses unter Menschen so seltenen Mannes einzeln aufzählen, müßte ich im Schweiße meines Angesichtes ein weitläufiges Werk darüber verfassen.

fol. 17v
His, quae melytam Vestram Academiam nosse non prorsus interest, si non missis, certe delatis, unum modo exponam, quod Boicas Musas delectet intelligere, utinam et imitatione contendere.
Favorem, inquam, studium, impensam SS. Praesulis in bonas litteras. Sed ne id quidem totum exponam; largior enim est, quam qui decurri una epistola possit, campus.
Erat in eodem coenobio Ordinum Austriae, seu Praesulum decreto Gymnasium iuventutis iam inde ab anno 1548, oppositum perversis de Sancta Catholica religione doctrinis, quae tum in pulchram Austriam infausto omine passim pleno agmine involaverant.
Id genus palestrae constanti labore deinde prorogatum a piis doctisque loci ascetis, quos inter Simon Rettenpacher effulsit, dignus, cujus plurima eruditio litterario orbi fiat nota; donec hoc Praesule Alexandro II. velut summum splendoris attingeret.
Hortatorem /:quamquam hortatoris non egeret:/ habuit Praesul eximium virum P. D. Nonnosum Stadler e filiorum sacrorum numero, litterarum, litteratorumque omnium unice studiosum, quem, quod vivit adhuc, et vescitur aura aethera, celebrare cesso.

fol. 17v
Indem ich das, was für die Kenntnis unserer berühmten Akademie nicht besonders wichtig ist, zwar nicht übergehe, aber doch aufschiebe, werde ich nur eines darlegen, das kennenzulernen den bayerischen Musen Freude macht, - möchten sie doch durch Nachahmung damit wetteifern - die Gunst meine ich, das Interesse und den Aufwand des verehrungswürdigen Oberen für die Wissenschaft.
Aber nicht einmal das werde ich zur Gänze darlegen, denn es ist ein zu weites Feld, als daß man es in einem einzigen Brief durchmessen könnte.
Im selben Kloster gab es auf Anordnung der Stände oder der Prälaten Österreichs schon seit dem Jahre 1548 ein Gymnasium für die Jugend, eine Schutzwehr gegen die verkehrten Lehren über die heilige katholische Religion, die damals unglücklicherweise allenthalben in breiter Front in das schöne Österreich eingedrungen war.
Diese Art der Unterrichtsanstalten wurde dann in steter Arbeit von den gottesfürchtigen und gelehrten Mönchen des Klosters fortgeführt. Unter ihnen ragt besonders Simon Rettenpacher hervor, dessen hervorragende wissenschaftliche Bildung es verdient weit und breit bekannt zu werden. Unter dem derzeitigen Oberen Alexander erreichte sie gleichsam den Höhepunkt.
Zum Ansporn (obwohl es eines Ansporns gar nicht bedurfte), hatte der Abt den vortrefflichen Herrn P. Nonnosus Stadler, den Sohn eines Ortsbewohners, einen an Wissenschaft und allen sich mit der Wissenschaft befassenden Gelehrten hoch interessierten Mann, den zu rühmen, - da er noch am Leben ist und an himmlischer Luft sich nährt - ich unterlassen möchte.

fol. 18r
Itaque non tantum aedes Tyrocinii amplificatae paucos intra annos sunt, aliaequae supellectili sacra, et ad curanda corpora, exquisitae ornatae, sed et Illustris, ac nobilis iuventutis Academia Anno 1744 auspiciis, nutu, ceris, manu etc. Mariae Theresiae, Hungarorum Boemorumque reginae Exc. magno Ordinum applausu dedicata est, omnium scientiarum, artiumque, ac ludorum equestrium magistris, et exercitationibus nobilis.
Neque obviis contenta providi praesulis munificentia ad ea etiam intendit animum, quae, cum sint rara, plerisque videntur minus opportuna minus utilia, atque ob id negligenda.
Eram tum ipse ab Angulo Bojariae Naviscorum ad inclytum Atheneum Juvavense evocatus, qui iuventuti Mathamatices praecepta, quibus saltem primis ipse gaudebam, exponerem.
Invitor identidem, cum a studiis vacatio quotannis recurreret, cum sancto Praesule, ascetis et Nonnoso promotore sermones multi de pietate de litteris. Consilium ineunt de Observatorio Astronomico constituendo jam Anno 1738 operamque postor.
Audio rem haud mihi exspectatam nisi a principibus viris. Probo consilium: operam polliceor, non sine metu, vanam foveo. Animo esse bono jubent. Circumspicio loca, turres, muros

fol. 18r
Daher wurden innerhalb weniger Jahre die Gebäude für die ersten Studienjahre erweitert, andere mit Einrichtungen für den Gottesdienst versehen, wieder andere als Krankenzimmer vorzüglich ausgestattet. Es wurde ferner im Jahre 1744 auch die Ritterakademie, wohlbekannt durch ihre Lehrer der Wissenschaft, Künste und ritterlichen Übungen, unter der Schirmherrschaft und mit Zustimmung, Siegel und Unterschrift Maria Theresias, der Königin von Ungarn, Böhmen und auch allerhöchster Kaiserin, unter großem Beifall der Stände feierlich eröffnet. Die Großzügigkeit des Abtes war aber nicht mit Alltäglichem zufrieden, er zeigte sein Interesse auch an dem, was selten, den meisten Menschen weniger vorteilhaft, weniger nützlich ist und daher zu vernachlässigen erscheint.
Ich selbst war damals aus dem bayerischen Winkel am Flusse der Naab an die Hohe Schule in Salzburg berufen worden, um die Jugend in den mathematischen Gesetzen zu unterweisen, von denen ich wenigstens die grundlegendsten beherrschte.
In den jährlichen Schulferien werde ich immer wieder eingeladen. Mit dem hochw. Abt und den Mitbrüdern kommt es auf Betreiben von Nonnosus zu geistlichen und wissenschaftlichen Gesprächen. Schon im Jahre 1738 beraten sie über die Erbauung eines Astronomischen Observatoriums und man bittet mich um Hilfe.
Ich erfahre von einem Vorhaben, wie ich es eben nur von solchen hervorragenden Männern erwartet hatte. Ich billige ihren Plan und sage meine Hilfe zu, nicht ohne Furcht, es könnte umsonst sein. Aber man spricht mir Mut zu. Nun durchforsche ich die Umgebung, untersuche Türme und Mauern,

fol. 18v
exploro, sicubi imponerem extemporaneum opus, usui qualicumque futurum. Aversantur illi angustiorem cupidinem meum; iubent majora spectem, opusque edam non me, sed sedignum, ac Musis omnibus.
Igitur designo simul operis novi faciem non unam, simul animum, vocemque, contineo, ne vel sperarem ipse eventum, vel manum apponi consulem, ne dicam instarem.
Decennium in his evolvitur, ingruunt bella. Urgeor tamen: nec inter arma excidunt Musae Anno demum 1748, ex aula Passaviensi, ubi Eminentissimi Cardinalis Lambergii Principis D. D. mei Clementissimi consiliis id temporis subserviebam, invitor iam prope de more.
Ne tum quidem facile concessi in vota. Rerum publicarum facies; invidia monasteriis gigni solita a exstructionibus haud necessariis; alia praeterea multa volvuntur. Permovere tandem duo cum maxime. Alterum, quod id genus exstructionis etsi non necessarium, tamen extra invidiam positum videretur; quippe non ad luxum, sed ad Musas exornandas pertinens. Alterum quodque vel solum sufficeret, hoc erat. Cremifanum ut populi partem non contemnendam suo iure regit, ita ex horum numero sunt multi, qui, nisi operam suam locare S. Agapito possint, aut famebunt ipsi cum prole, cumque conjuge, aut ostium Sancti pulsantes stirpe alentur pigri, et inertes. Itaque quotannis, praeter ellemonsynas omne genus ingentes, hac ratione sustentantur homines
fol. 18v
wo ich etwa eine Arbeit unverzüglich ausführen könnte, die von zukünftigem Nutzen sein würde. Sie wenden sich gegen meine zu engen Vorstellungen, wollen, daß ich Größeres in Betracht ziehe, ein Werk vollbringe, das nicht meiner, sondern ihrer und aller Musen würdig sei.
Ich entwerfe daher einen Plan des neuen Gebäudes, halte aber gleichzeitig meine Gedanken und Worte im Zaum, damit ich nicht selbst den Erfolg erhoffe andererseits aber den Rat erteile, um nicht zu sagen darauf dränge, daß Hand angelegt werde.
Im Jahre 1748 werde ich vom Passauer bischöflichen Hof her, an dem ich zu jener Zeit als Ratgeber meines gütigen Fürsten, seiner Eminenz des Kardinals Lamberg diente, schon beinahe wie gewohnt, eingeladen.
Nicht einmal damals habe ich den Wünschen eilfertig Folge geleistet, öffentliches Ansehen, der Neid, der den Klöstern erwächst, wenn nicht unbedingt notwendige Bauten errichtet werden, zudem wird vielerlei Anderes überlegt. Schließlich werden zwei Punkte besonders in Betracht gezogen: zum einen, daß diese Art des Baues, wenn auch nicht notwendig, doch kaum Neid erregen könnte, da er nicht der Verschwendung sondern zur Zierde der Musen gereiche. Das zweite, das allein schon genügen würde, ging dahin, daß Kremsmünster über einen nicht zu verachtenden Teil der Bevölkerung seine Herrschaft ausübe. Von ihnen müßten viele, wenn sie sich nicht dem hl. Agapitus verdingen könnten, entweder mit Kindern und Ehegatten Hunger leiden oder als Faule und Untätige an der Klosterpforte um Almosen zum Lebensunterhalt anklopfen. So erhalten auf diese Weise alljährlich, außer verschiedenartigen Almosen, die Leute ihren Unterhalt.
fol. 19r
Desings Brief
fol. 20r
sexcenti, amplius: ut viris quidem, magnam etiam partem effectis, quidquid occurrit operae, imponatur, quo Sabbatinis rite stipendiis sese, tenuemque familiam sustentent alii petras excindunt montibus, excisas alii dedolant, Materies ab aliis laboratur alia, congeritur, construitur, formicarum more semper videas trecentos amplius homines variis locis agere, moveri, rem agere, fodere iubentur? fodiunt, aedificare? aedificant, nihil fodis, nihil aedificas? esuriunt miseri, forte et imprecantur.
Eam ob rem decretum, quod aliud tum opus non restaret, Observatorium statim exordiendum, Musis una pauperibusque alendis opportunum: nam et Musae plerumque egent.
Serio tandem stylum arripio: plantam operis chartis inscribo, quantum imponi, quousque ascendi velim, decerno, Organis Caeterisque rebus omnibus suum cuique locum designo.
Locus elegitur horti spatiosi eo in angulo, qui Ascetarum Museo penetralibusque est proprius, aditumque tam intra, quam extra claustrum aperiat, in montis crepidine, examinata jam ante fundi, solique indole.
Labyrinthum dicebant locum, proceris arboribus raris, arbustis autem frequentibus sine lege conditum, nulli tum usui. At paula ante quando Tracia Castra Vindobonae Templis, arcibusque imminebant anno 1683, barbaris late Austriam depopulantibus, eodem in loco, quod extimam, qua Monasterium praecingitur, fossam ad montis usque praecipitum claudit.

fol. 20r
Sechshundert Männern, zu einem großen Teil im vorgerückten Alter, soll übertragen werden, was immer an Arbeit anfällt, damit sie von dem Wochenlohn sich und eine kleine Familie gehörig erhalten können. Die einen brechen Steine aus den Felsen, andere behauen die gebrochenen, andere kümmern sich um weiteres Material, schaffen es herbei und verbauen es. Man könnte immer mehr als dreihundert Menschen sehen, die mit Ameisenfleiß an verschiedenen Stellen arbeiten, sich regen und irgend etwas ausführen. Man befiehlt zu graben? - sie graben; man befiehlt zu bauen? - sie bauen, - du gräbst nichts, baust nichts? - Die Armen hungern und fluchen vielleicht.
Deswegen kommt es zu einem neuen Beschluß; da kein anderes Vorhaben zu vollenden war, muß mit dem Bau des Observatoriums sofort begonnen werden, ein für die Musen und den Lebensunterhalt der Armen gleich günstiger Beschluß, denn auch die Musen leiden oft Mangel.
Allen Ernstes greife ich nun endlich zum Zeichenstift: bringe den Grundriß des Baues zu Papier, wie viel auferlegt wird, wie hoch ich hinaufkommen möchte, ich entscheide mich für die Werkzeuge und weise allen übrigen Aufgaben ihren Platz zu.
In der einen Ecke des großen Gartens wird ein Platz ausgewählt, der in der Nähe des Museums und des Wohntraktes der Mönche liegt, einen Zugang von innerhalb und außerhalb des Klosters gestattet, am Rande des Hügels gelegen, der schon vorher auf Grund- und Bodenverhältnisse untersucht worden war.
Man nennt diesen Platz ein Labyrinth ohne hohe Bäume, wohl aber mit viel Gestrüpp bewachsen, niemandem zu dieser Zeit dienlich. Kurz vorher jedoch, als durch das Türkenlager die Kirchen und Befestigungsanlagen Wiens bedroht wurden und die Barbaren im Jahre 1683 Österreich weit und breit verheerten, wurde an dieser Stelle ein Bollwerk errichtet, das den äußeren Graben, der das Kloster bis zum Steilhang des Hügels umgibt, abschließt.

fol. 20v
propugnaculum excitatur, vallis, suggestu, machinis munitum, quibus excipi possent, signa forte barbarorum vis seu per vallem admoveretur, seu per hortum adiectum irrumperet. Casus ab Caesareis, Polonis, Boijsque ad Vindobonam maxima clade Barbarus metu liberat Cremifanum; pace inutile solo aequatur munimentum, fossa complanatur.
Igitur quod felix, faustum, auspicata die, honoribus SSmi. Joannis Nepomuceni sacra die 16 Maii a meridie /:mane devotioni pro more, sacrisque datum:/ admota prima manu, imo manibus quadraginta virorum, sternuntur arbores, ipsae radices ad imum effodiuntur, exhauritur solum /:apparebant in eo singula quoque vestigia propugnacoli:/ ad usque petras scrobibus quidem interceptas. Intervalla murato opere compaginantur: vestigio demum toto descripto moles saxorum praegrandes, durrissimaeque iniectantur.
Genus Saxi, quo opus pene totum constat /:Nagel Stein vocant incolae per antiphrasin, opinor, quod clavum adigi intra se ullum haud patiatur:/ non aliud esse videtur, quam quale a maximo orbis diluvio has in oras, quemadmodum et Salisburgem, vicinamque Bojariam, congestum est. Videas glaveam minoribus, majoribusque felicibus longissima undarum volutatione detritis, succo quodam terrestri ita compactam, ut silice per vim, malleumque excuso, reliquo corpori adhaereat, velut cunabulum, ac Theca e succo duro, in quo silix accuberat. Silicum autem non eadem est species: sunt e marmore rubro, flavo, candido, sunt e pyrite; ex arenario lapide quadrae;
fol. 20v
Durch die Erhöhung des Tales mit Kampfgeräten geschützt, wodurch eine allfällige Streitmacht der Barbaren, die entweder durch das Tal herankommt oder durch das anliegende Gelände einbrechen könnte, abgewehrt werden kann. In einer großen Schlacht bei Wien wird das Heer der Barbaren durch kaiserliche, polnische und bayrische Truppen geschlagen und Kremsmünster so von Angst befreit; die in Friedenszeiten unnötigen Befestigungsanlagen werden geschleift, der Graben eingeebnet.
Nun also, wie glücklich und glückbringend! Am glückseligen Tag, dem 16. Mai, dem hl. Nepomuk geweiht, wird mittags (der Morgen, wie immer dem Gebet und hl. Opfer gewidmet) die erste Hand, ja vierzig Hände zur Arbeit angelegt. Die Bäume werden gefällt, die Wurzeln bis ganz tief ausgegraben, der Boden (in ihm erscheinen auch einzelne Spuren des Bollwerkes) bis auf den Felsen ausgehoben, die Gruben beseitigt. Die Zwischenräume werden durch gemauerte Füllungen verbunden; nachdem alle Spuren beseitigt sind, werden große und harte Gesteinsmassen eingefüllt.
Die Art des Gesteins aus dem fast der ganze Boden besteht, (die Einwohner nennen es Nagelstein, wie ich glaube in Anspielung darauf, daß es kaum zuläßt einen Nagel hineinzuschlagen) scheint nichts anderes zu sein, als jenes, das die Sintflut in diese Gegend angeschwemmt hat, ähnlich wie in Salzburg und dem benachbarten Bayern. Man könnte Kies sehen, von kleineren und größeren Gesteinsbrocken durch den langanhaltenden Wogengang zerrieben, durch die Bodenfeuchtigkeit so zusammengepreßt, daß er nach gewaltigen Hammerschlägen aus den Gesteinsbrocken herausgeschlagen, dem restlichen Teil anhaftet wie eine Wiege, eine Schachtel aus hartgewordenem Saft, in dem der Kies gelegen war. Das Gestein ist aber nicht von gleicher Art: es findet sich roter, gelber, weißer Marmor auch Kupferkies, viereckige Sandstücke,

fol. 21r
alias ex ferri structuris aliasque aeris frustula permixta. Quidquod animantium non integra sceleta, ses capita maxime sex media e petra excisa sint, magnam partem petrefacta, et ipsa in ista inciderent, Capita Draconum dixerunt: idque vocabuli etiam docti deinde usurparunt. Quamquam nihil Draconis praeseferat. Equi potius, aut monstri marini dixerim, dentibus molaribus non tantum, sed quatuor etiam Caninis, sive uncis, iisque Crassis satis, atque longis instructa. Capitum pleraque aliis donata, ac unum nuper Eminentissimo Cardinali Passioneo duo minora in instructissimo Museo in hunc diem visuntur.
Haec de materia Operis, Cujus partes supremae minuendi ponderis ergo topho praestantissimo, quem contiguus ager suffecit, exaedificatae sunt.

Fundamenta Operis

Undecim fere pedum profundo terrae egesto ad petram, qualem anfe descripsi, deventum est, plerumque solidam.
Fundamentum in angulis, iisque in locis, quibus pilae praegrandes insistunt, decem, alibi duodecim pedum latum est.
Ubi ex solo emergit latitudo fundamenti, atque muri crassities

fol. 21r
wieder andere aus Eisenadern. oder mit Erzteilen vermischt. Von den Lebewesen wurden nicht vollständige Skelette, sondern meistens nur die Köpfe - insgesamt sechs - aus der Mitte des Gesteins herausgehauen, und auch diese waren zum Großteil versteinert.
Als die Arbeiter auf sie stießen, sagten sie, es seien Drachenköpfe und dieses Wort gebrauchten dann auch die Sachverständigen, obwohl diese Köpfe nichts von einem Drachen an sich hatten. Ich würde eher sagen, die Form eines Pferdekopfes oder eines Meerungeheuers, versehen nicht nur mit Stockzähnen sondern auch mit vier Spießzähnen, gekrümmt, reichlich kräftig und lang. Die meisten dieser Köpfe wurden anderen Personen zum Geschenk gemacht, einer kürzlich seiner Eminenz dem Kardinal von Passau, zwei kleinere können bis auf den heutigen Tag hier im höchst lehrreichen Museum besichtigt werden.
Soviel über den Ursprung des Baues, dessen oberste Teile, um das Gewicht zu vermindern, aus dem bestens geeigneten Topfstein, den das anliegende Feld zur Genüge lieferte, errichtet wurden.

Die Fundamente des Baues.

Nachdem ungefähr elf Fuß tief in die Erde gegraben worden war, stieß man auf völlig festen Felsen wie ich ihn oben beschrieben habe.
Das Fundament ist an den Ecken und an den Stellen, auf denen die übergroßen Pfeiler aufsitzen, zehn, an den anderen Stellen zwölf Fuß breit.
Wo die Breite des Baues aus dem Erdreich hervorragt und die Dicke der Mauern

fol. 21v
numerat pedes omnino octo, non supervacua providentia, quodsi lateritio opere, sive lapide quadrato polito exaedificare licuisset, poterat spissitudine detrahi.
Figura operis quadratum oblongum exhibet, sic, ut antica, et postica facies in medio promineant. Tum ut species quaedam conciliaretur, tum ut vestibulo ante, retro vero observatoriis, aliisque locus lucrifieret.
Longitudo pedes nonaginta, latitudo sexaginta aliquos numerat. Ubi vero prominet in medio, ut dixi, longitudinem prope adaequat latitudo.
Situs deligi non is poterat, qui caelo esset accomodatior, sed qui hortum non deformaret, quiqualiis exstructionibus responderet. Quocirca cardines coeli incidunt in operis angulos.
Incommodum id videri poterat. Ergo iussi esse proficuum. Quippe ea obliquitas primo dedit locum, ut ad Australem angulum reponeretur non solum Quadrans meridionalis vastus, sed et linea meridiana pavimento marmoreo induceretur quadraginta amplius pedum longa in editiore operis parte, quam aulam astronomicam appellare instituimus.
Tot autem pedum lineam meridianam non quovis in observatorio reperias.
Alter ex obliquitate proventus longe majoris est pretii. Pilam enim mediae turris in eum, quem post dicam, modum aptavi, ut eadem pila Gnomonem repraesentet verticalem, cui in horti solo respondens linea meridiana producatur usque ad quingentos fere pedes longa.

fol. 21v
überall acht Fuß beträgt, konnte nicht, wenn es auch möglich gewesen wäre, mit Ziegelsteinen oder geschliffenen Quadersteinen weiter herauszubauen, der Dicke etwas entzogen werden - aus begründeter Vorsicht.
In seiner Form ist der Bau ein längliches Viereck derart, daß die vordere und hintere Seite in der Mitte hervorragen; dadurch bleibt eine bestimmte Form gewahrt, aber trotzdem wird vorne für einen Vorraum, hinten aber für Beobachtungs- und andere Räume Platz gewonnen.
Die Länge beträgt neunzig, die Breite etwa sechzig Fuß. Wo sie aber, wie gesagt, in der Mitte herausragt, kommt sie der Länge nahe. Als Standort des Gebäudes konnte nicht der Platz gewählt werden, der dem Firmament am besten angepaßt wäre, sondern einer, der den Garten nicht verunstaltet und der sich den anderen Gebäuden anpaßt. Deshalb fallen die Himmelspole in die Richtung der Ecken des Baues.
Dies schien nicht sehr vorteilhaft zu sein. Ich gab daher den Auftrag, daß es besser wäre, wenn diese Schrägstellung einer Platz mache, bei der vor allem der große im Meridian befindliche Quadrant in südliche Richtung zurückversetzt werde aber auch eine gut vierzig Fuß lange Meridianlinie im oberen Gebäudeteil, den wir Astronomischen Saal zu nennen beschlossen haben, im Marmorfußboden eingelegt werden könne. Eine so lange Meridianlinie kann man in keinem anderen Observatorium finden.
Ein anderer aus dieser Schrägstellung erreichter Vorteil ist von weit größerer Bedeutung. Ich habe nämlich den Pfeiler des mittleren Turmteiles, wie ich später noch ausführen werde, so gerichtet, daß dieser Pfeiler einen senkrechten Richtungsweiser darstellt, dem am Boden des Gartens eine ungefähr fünfhundert Fuß lange Meridianlinie entsprechen würde.

fol. 22r
Partitum est opus in tres maxime partes. Media est Turris, cum prominentibus ante et retro vestibulis. Utrimque adiecta est ala.
Utraque, in ala conclavia sunt varii Generis usibus destinata, laboratoriis, experimentis physicis, reponendis varii ordinis machinis, modulis, rebus arte, aut natura elaboratis. Inferiora fornicibus iuncta sunt.
Intrantibus anticam portam vestibulum patet: unde dextrorsum, laevorsumque aditus est ad alam utramque, et laboratoria. In medio transitus patet ad portam posticam, quae ad hortum postricum per alterum vestibulum ducit.
Porro ex anteriore vestibulo utrimque, scala sex pedum lata saxeis gradibus ascensum duplicem dextrorsum, laevorsumque praebet ad superiora. Haec porro scala eodem opere educitur usque ad sextam contignationem.
Iam ipsa scala comprehenditur inter quatuor grandes saxeas pilas turrim mediam constituentes, lumenque clarum accipiunt a tribus vestibuli fenestris.
Antequam pilarum officia /:et habent singulae singula officia:/ describam, ascendamque in altum, juvat subire inferiora terrae.
Ex vestibulo posteriore utrimque scala lapidea deprimitur in cavum cellare undique fornicato opere patens, fenestris quae etiam solem admittant illustre. Hic id spectavi, ut aquae rivulus ex monasterii Cavaedio, locisque aliis deduci ad cellare possit, rotaeque, adhiberi variis artibus ferriturae, aquae post obsequium per montis crepidinem facile eiicienda.
E medio anterioris vestibuli scala in profundum abit e petra excisa pedes circa quatuordecim.

fol. 22r
Der Bau ist grundlegend in drei Teile unterteilt. In der Mitte ist der Turm mit den vorne und hinten hervortretenden Vorräumen. An jeden schließt sich ein Flügel an.
In jedem der Flügel sind kleinere Abteilungen die verschiedenen Zwecken zugedacht sind: für Laboratorien oder für physikalische Experimente, zum Aufbewahren von Instrumenten, Modellen oder Dingen natürlich oder künstlich entstanden. Die unteren Gebäudeteile sind mit den Öfen verbunden.
Wer durch das vordere Tor eintritt, kommt in den Vorraum; von dort ist zur Rechten und Linken der Zugang zu den beiden Flügeln und zu den Laboratorien. Von der Mitte aus kommt man zum hinteren Eingangstor, das durch den anderen Vorraum zum Garten auf der hinteren Seite führt.
Weiteres ermöglicht vom vorderen Vorraum aus eine Stiege, mit steinernen Stufen, sechs Fuß breit, den Aufstieg zu den oberen Stockwerken. Sie führt durch den ganzen Bau bis zum sechsten Geschoß und verläuft zwischen vier großen steinernen Pfeilern, durch die der mittlere Teil des Turmes gebildet wird; das Tageslicht erhalten sie durch drei Fenster des Vorraumes.
Bevor ich den Zweck der einzelnen Pfeiler beschreibe (und jeder einzelne hat seine besondere Aufgabe), und weiter hinaufsteige, wird es gut sein, das Untergeschoß zu besuchen.
Aus dem hinteren Vorraum führt auf beiden Seiten eine steinerne Stiege in einen gewölbten Keller mit durchwegs offenem Gewölbe, erhellt durch Fenster, die auch das Sonnenlicht hereinlassen. Ich hielt es für möglich, daß hier Wasser aus dem Vorhaus des Klosters und von anderswo in den Keller geleitet werden könnte und Wasserräder für verschiedene Zwecke betrieben werden könnten; das Wasser aber würde nach Erfüllung seiner Aufgabe über den Steilabfall hinunterfließen. Von der Mitte des unteren vorderen Vorraumes führt eine Stiege, aus dem Felsen herausgehauen, etwa vierzehn Fuß noch tiefer hinab.

fol. 22v
Per eam scalam desuper e vestibuli apertura illabente die illustrem descenditur in Laternam.
Pilae namque Australis cum fecimus usum, ut in medio esset cava tubo quatuor pedum in diametro ab imo usque ad summum. Petra, cui incumbit pila excavata est in imo ea amplitudine, quae complures homines spectatores, aut experimentis vacantes capiat.
Ex hoc cavo per omnem tubum aspectus ad Caelum summum patet.
De summo iam demitti Gravia ad explorandas Gravitatis, lapsuum, aut projectionem leges possunt, aut resultatio corporum elasticorum e tubula subtus marmorea, aeneave; iam baromethri gradus examinari pro altiore, humilioreve situ. Acustica, quin etiam quaedam experimenta capi possunt, demum ligna, aliave necessaria facili manu in altiora conclavi pertrahi, quae per tot Gradus deportari grave foret.
At jam emergendum ad altiora. Conclavia quidem minora sunt alia, alia speciem mediocris aulae praebent, a tribus lateribus lumen accipientia.
Eorum ego descriptionem sive aliis relinquo, sive potissimum Clarissimo viro P. R. Eugenio Dobler Ascetae Benedictino Imperialis monasterii Ursinensis e Suevia huc evocato ad mathemata excolenda, Museum instruendum. Quem virum non eo dunctaxat nomine memorandum habeo, quod et aliarum scientiarum et Matheseos, cum primis mixtae, insigni apparatu polleat, sed quod toto in opere plurimum consilio me juverit, meque plerumque absente negotium sapientissime direxerit, atque exornaverit Achates, et amicus candissimus. Is, ubi operae

fol. 22v
Über diese Stiege fällt bei Tag von oben aus der Öffnung des Vorhauses Licht in die berühmte "Laterne“.
Wir bauten nämlich den südlichen Pfeiler so, daß durch seine Mitte von unten bis oben ein Hohlraum verläuft. Der Felsen, auf dem dieser Pfeiler ruht, ist unten zu einem so großen Hohlraum ausgeweitet, daß er mehreren Personen zur Beobachtung oder zum Ausführen von Versuchen Platz bietet.
Durch diese von unten bis oben verlaufende Aushöhlung steht der Anblick des Himmels offen. Von oben können auch schwere Gegenstände herabgeworfen werden, um die Gesetze der Schwerkraft, des Falles oder der Projektion zu beobachten oder auch das Zurückprallen elastischer Körper von einem Tisch darunter aus Marmor oder Erz; ja auch das Verhalten des Barometers, je nach höherem oder tieferem Standort, sowie akustische Experimente könnten durchgeführt werden; schließlich ist es möglich, Balken und was sonst noch benötigt wird, leicht mit der Hand in obere Stockwerke des Gebäudes zu ziehen, die, über so viele Stufen zu tragen, schwierig sein würde.
Nun aber geht es höher hinauf. Einige der Räume sind kleiner, andere wieder entsprechen mittelgroßen Sälen, die von drei Seiten Licht erhalten. Ihre Beschreibung möchte ich anderen überlassen, am liebsten dem bedeutenden Herrn P. Eugenius Dobler, Mönch des kaiserlichen Klosters Irsee, aus Schwaben hierherberufen, um Mathematik zu unterrichten und das Museum einzurichten. Diesen Mann erwähne ich namentlich nicht nur deswegen, weil er neben der Mathematik auch in anderen verschiedenartigsten Wissenschaftsgebieten ganz vorzüglich ausgebildet ist, sondern auch weil er mir bei der Errichtung des ganzen Baues wesentlich durch seinen Rat geholfen, in meiner häufigen Abwesenheit die Arbeiten in kluger Weise geleitet und die Kunstschätze verschönert hat, vor allem aber mir ein ganz treuer Freund gewesen ist. Während die einfacheren Arbeiter

fol. 23r
humiliores parietinis, laquearibus etc. ultimam manum adhibuerint, distribuet hic pro solertissima sua dexteritate nobilissimum apparatum rerum et organorum, qua hactenus collegit, pleraque etiam artifice manu elaboravit ipse.
Ubi per quinque scalas ascensum fuerit, emergimus in aulam amplam, quae totum aedificii campum obtinet, fenestris 20 undique perspicuam aspectu non iniucundo. Nos Pinacothecam dici instituimus, sive Galeriam vulgari vocabulo, quod picturis, aliisque id Genus exornandam decrevimus.
Hic enimvero eruditus oculus animadvertet symmetriae quemdam defectum, mihique succensebit. Mediae lateris utriusque fenestrae non respondent medio aulae, adhaec alias etiam quiddam inaequale apparet in pilis: id quod tamen alia ratione non injucundum accidit, nec facile offendit oculos. Mihi quidem perfacile fuisset symmetriam servare ad unguem, si licuisset saltem tres pedes faciem anticam promovere in hortum. Hoc negato, aut Observatorium posticum erat angustius faciendum, aut scalae in medio praecipites, aut haec inaequalitas admittenda multis modis praestabat hoc postremum pati, quam duo priora. Poteram etiam dissimulare oculis hanc inaequalitatem, si hanc pinacothecam non facerem undique patentem, sed in medio clausam. Verum patens ista facies amicis placebat, amicisque illam dedi, meque eruditis architectis exsibilandum offerre malui, quam illos sua voluptate fraudari.
Ab hac pinacotheca ascenditur non jam per scalas rectas, sed per cochleam satis spatiosam quippe sex pedum, exsecto omnia lapide,

fol. 23r
die letzte Hand an die alten Überreste, Gemäuer usw. anlegten, ordnete er in seiner klugen Geschicklichkeit die hervorragende Sammlung von Geräten und Werkzeugen, die er bisher angelegt hatte, wovon er viele mit künstlerischer Hand selbst verfertigt hatte
Nach einem Aufstieg über fünf Stockwerke gelangen wir in einen großen Saal, der die gesamte Fläche des Gebäudes umfaßt, durch zwanzig Fenster ringsum erhellt, kein unfreundlicher Anblick. Wir haben beschlossen ihn PINAKOTHEK oder mit einem volkstümlichen Wort GALERIE zu nennen, da wir übereingekommen sind, ihn mit Gemälden oder anderem Derartigen auszuschmücken.
Hier wird nämlich das Auge des Fachmannes einen gewissen Mangel an Symmetrie feststellen und mir übelnehmen. Die mittleren Fenster der beiden Seiten entsprechen nicht der Mitte des Saales und weiters erscheint eine gewisse Ungleichheit bei den Pfeilern, was jedoch aus einem anderen Grund sich nicht als störend erweist und auch nicht so leicht das Auge beleidigt. Es wäre gewiß für mich ein Leichtes gewesen, die Symmetrie bis aufs äußerste zu wahren, wenn mir gestattet worden wäre, die vordere Seite wenigstens drei Fuß in den Garten hinauszuschieben. Da mir dies aber nicht zugestanden wurde, mußte entweder das Observatorium hinten verkürzt oder die Stiegen in der Mitte steiler werden, oder man muß sich mit diesem Mangel an Symmetrie abfinden; vieles sprach dafür, den letzteren Weg zu wählen als die beiden anderen. Ich konnte auch die Ungleichheit für das Auge unbemerkbar machen, indem ich die Pinakothek nicht ringsherum offen ließ, sondern in der Mitte geschlossen. Der offene Anblick aber gefiel meinen Freunden, und meinen Freunden habe ich ihn gegeben, ich wollte lieber von erfahrenen Architekten ausgelacht werden, als jene ihres Vergnügens berauben.
Von dieser Pinakothek steigt man nicht mehr über gerade ansteigende Stiegen weiter hinauf sondern durch einen Schacht, gut sechs Fuß weit, aus behauenem Stein angefertigt.

fol. 23v
Cochlea eadem educta est in ipsa pila turris occidentali, hocque est hujus pilae cavae proprium officium. In qua ascenditur usque ad summum turris fastigium.
Opportebat quidem hanc cochleam inchoari infra pinacothecam, ut ex Cochlea in istam fieret egressus, nec e medio pavimento emergere, ut nunc, necesse foret, quod mihi absonum semper visum. Venem accidit ut me aliquando diutius absente acrius intenderent operae, meque de deligentia sua haud monito pilas extollerent usque ad pinacothecam, omissa cochlea. Redux ego, nisi vellem pilam vastam demoliri, connivere certe et huic exerrationi optimum duxi.
Postquam per cochleam ascendisti, incidis in contignationem dimidiam Mezzanina Italis dictam, quae destinata est tecto utriusque alae et repositoriis.
Demum ad Observatorium proprie, ac Genuine dicendum pervenimus, quam non dubitavimus Aulam dicere Astronomicam.
Illa occupat omne spatium, quod inferius utrique vestibulo, et scalis destinatum est, ab anteriore prominentia usque ad posticam.
Pavimentum stratum marmore discolori.
Parietes minime candidos, sed obscuriore, ac subviridi quodam colore induci a pollinetoribus, aut pingi iussi, ne lux passim repercussa offenderet oculorum aciem.
Altitudo aulae viginti octo pedes assurgit, pergula undique ambiente, quae ad superiorem fenestrarum ordinem /:nam duplex fenestrarum hic ordo est:/ deducat.

fol. 23v
Dieser Schacht befindet sich im westlichen Pfeiler und es ist gerade dies die Aufgabe des hohlen Pfeilers; in ihm gelangt, man bis zur obersten Spitze des Turmes.
Es war notwendig, diesen Schacht innerhalb der Pinakothek beginnen zu lassen, so, daß man aus ihm in diese heraustreten kann und nicht wie es jetzt sein muß, in der Mitte des Fußbodens sich der Ausgang befindet, was mir immer schon unpassend erschien. Es ereignete sich aber, daß während einer meiner längeren Abwesenheit die Arbeiter fleißiger waren, und wenngleich sie wegen ihres Eifers keiner Aufmunterung bedurft hatten, die Pfeiler bis zur Pinakothek hinaufbauten, dabei aber den Schacht ausließen. Als ich zurückkehrte hielt ich es für das beste, wenn ich nicht den starken Pfeiler abtragen lassen wollte, ein Auge über diesen Irrtum zuzudrücken.
Ist man durch diesen Schacht hinaufgestiegen, gelangt man in einen Halbraum, von den Italienern Mezzanin genannt, bestimmt für das Dach eines jeden der beiden Flügel und als Abstellraum.
Schließlich gelangen wir zum eigentlichen und auch so genannten Beobachtungsraum, den wir, ohne lang zu zweifeln Astronomischen Saal nannten.
Er nimmt den ganzen Raum ein, der unten für die beiden Vorräume und die Stiegen bestimmt ist, vom vorderen bis zum hinteren Tor.
Der Fußboden ist mit buntem Marmor ausgelegt.
Die Wände ließ ich von den Malern keineswegs weiß, sondern mit einer etwas dunkleren ins grünliche gehende Farbe anstreichen oder bemalen, damit nicht das überall zurückgeworfene Licht die Augen beleidige.
Die Höhe des Saales beträgt achtundzwanzig Fuß; ringsherum führt ein Gang, der zur oberen Reihe der Fenster führt, denn der Saal ist mit einer doppelten Reihe von Fenstern ausgestattet.

fol. 24r
Hic vero est campus Quadrantes, Sextantes, Tubos, reliquumque astronomicum apparatum exponent.
In his praecipuus erit ingens Quadrans meridionalis, quem quatuordecim pedes Parisinos radio superare decrevimus.
Locus illi in alia ingenti pila, quae angulum illum occupat, ubi prominens posterius vestibulum cum ala sinistra connectit. Est ab imo grandi saxo eductus, impositus petrae, et decem amplius pedes crassus.
Hic ubi ad aulae astronomicae pavimentum altitudine sua ascendit, dividitur ejus crassities, et in medio excavatur ita oblique, ut ex ipso angulo australi secundum planam meridiei sectus locum Quadranti statuendo faciat, et ad murum utrinque ferreis trabibus affigendo.
Insistit porro Quadrantis limbus ipsi lineae meridianae per transversum pavimentum ductae ab angulo australi usque af fenestram Turris oppositam.
Ad eandem porro fenestram, quae Boream oblique spectat, meridianae lineae insistet Quadrans alter Borealis aeque vastus, ita, ut inter lineam meridianam, et Quadrantis utriusque planum nec dimidii palmi sit differentia, quod esse si non prorsus necessarium saltem percommodum, norunt observationum Coelestium studiosi.
Meridiana haec non tam linea, quam duos fere pedes lata taenia e solido marmore Juravensi constrata, fornicique ubique solido nullibi cavo incumbens, ne quid titubet, varie dividenda est. Primum in partes aequales decies millesimas ad longitudinem

fol. 24r
Hier ist nun der Raum für die Quadranten, Sextanten, Fernrohre und übrigen astronomischen Geräte.
Unter ihnen ist der bedeutendste der große Mittagsquadrant (nach Süden ausgerichtete Quadrant), den wir mit einem Radius von über vierzehn Pariser-Fuß auszustatten beschlossen haben.
Wo der Pfeiler in seiner Höhe den Boden des Beobachtungssaales erreicht, wird er geteilt und in der Mitte so schräge ausgeschnitten, daß in der südlichen Ecke entsprechend der Meridianlinie Platz gemacht wird für die Aufstellung des Quadranten. Dieser wird rundherum mittels eisener Träger an der Mauer befestigt.
Der Teilkreis des Meridians folgt der Richtung der Meridianlinie, die vom südlichen Eck bis zum nördlichen Fenster des Turmes quer auf dem Fußboden verläuft.
Zu diesem Fenster hin, das nach Norden schaut, ist entsprechend der Meridianlinie ein anderer, nördlicher Quadrant von gleicher Größe gerichtet, so, daß zwischen der Meridianlinie und der Ebene eines jeden der beiden Quadranten nicht einmal eine halbe Handbreite Unterschied besteht, was, wenn es auch nicht unbedingt notwendig, so doch sehr vorteilhaft ist, wie ja die in der Himmelsbeobachtung Erfahrenen wissen.
Dieses Meridianzeichen ist nicht so sehr eine Linie, als ein etwa zwei Fuß breiter, gleißender Pflasterstein aus echtem Salzburger Marmor. Er liegt durchwegs auf festem und ebenem Boden, damit dieser nicht schwankt. Dieser Marmorstreifen kann auf verschiedene Weise eingeteilt werden; vor allem in zehntausend gleiche Teile, um die Länge

fol. 24v
umbrarum meridionalium in aequinoctiis, atque solstitiis observandam, atque adeo ad declinationem Ecclipticae veram statuendam, quae est astronomiae totius basis. Rursus est dividenda in partes correspondentes pedi hinc Parisino, hinc Viennensi, forte et Bonnoniensi, et Romano. Denique etiam in signa Zodiaci dividetur, inque eorum Gradus, et dena minuta secundum projectionem opticam; aliaque addentur aeque utilia, atque jucunda. Animus est serpentino ductu etiam tardiores, atque velociores solis appulsus ad meridianum per totam anni seriem inscribere, spectaculo nescio an alibi extante.
Ad meridianam hanc illabitur solis radius ex foramine in ipso angulo australi statim prope quadrantis Centrum facta, instructo praeterea non ad modum Casini Bononiae in aede sacra B. Petronii adhibitum, sed alio, ut nobis videtur, quo foramen directe semper, numquam oblique opponitur syderi principi.
Verum ad hunc quoque modum immissa solis ad planum horizontale imago evitari non potest, quo minus adhuc appareat oblonga, et fere Elliptica; id quod observatori negotium facessit non unum; penumbrae enim in limbo superiori atque inferiori nonnulla inaequalitas centri quoque inventio calculum, aut aestimationem oculorum exigunt.
Huic rei opem commentus sum ejusmodi ad pilam dextram, seu occidentalem eiusdem vestibuli in eadem aula astronomica excitari feci quadrantem murato

fol. 24v
der Meridianschatten zur Zeit der Äquinoktien und Solstitien festzustellen und so die wahre Neigung der Ekliptik zu bestimmen, die ja die Grundlage der ganzen Astronomie ist. Weiters kann er in entsprechende Teile, auf der einen Seite des Pariser-, auf der anderen des Wienerfußes, ja vielleicht auch des Bologneser- und Römischen Fußes geteilt werden.
Schließlich könnte er auch in die Zeichen des Tierkreises geteilt werden, in deren Grade und je zehn Minuten, entsprechend der optischen Projektion. Auch andere Teilungen könnten hinzugefügt werden, in gleicher Weise nützlich und erfreulich. Der Gedanke kann kommen, in geschlängelter Zeichnung die spätere und frühere Annäherung der Sonne an den Meridian das ganze Jahr hindurch festzuhalten; ich weiß nicht, ob etwas so Sehenswertes anderswo zu finden ist.
Auf diese Meridianlinie fällt der Strahl der Sonne durch eine Öffnung, die in der südlichen Ecke nahe dem Mittelpunkt des Quadranten angebracht ist. Diese Öffnung ist nicht in der Weise gebaut, wie sie Casini in der Kirche des Hl. Petronius in Bologna anwendet, sondern in anderer Form wie uns erscheint, in der diese Öffnung immer in gerader Linie, nie schräg dem Hauptgestirn gegenüber steht.
Doch auch auf diese Weise kann nicht vermieden werden, daß das auf die horizontale Ebene fallende Bild der Sonne in die Länge gezogen, fast elliptisch erscheint, was dem Beobachter nicht nur eine Mühe bereiten würde; es besteht nämlich keine Ungleichheit des Halbschattens am oberen und unteren Rand und auch das Aufsuchen des Mittelpunktes erfordert Berechnung und Schätzung von seiten der Augen.
Hier habe ich Abhilfe geschaffen, indem ich am rechten d. h. westlichen Pfeiler in diesem Astronomischen Saal einen gemauerten,

fol. 25r
opere cavum, et incurvum: in quem immissa certo modo imago solis non elliptica, sed circularis semper cadit, opeque micrometri non centrum modo facile prodit, sed transitum summi, imi, dextri, laevique limbi eadem opera singulari, et facilitate, et utilitate metiendum exhibet.
Prope hunc quadrantem muratum intra spissitudinem eiusdem pilae angustum quoddam conclave, intra quod adhiberi magnum triangulum filare potest ex consilio celeberrimi quondam Marinonii Caesarei Vindobonae Astronomi, amici nostri, dum proviveret, integerissimi.
In superiore huius angusti conclavis contignatione aliud est eiusmodi spatium intra duos pilae muros ita constructum, ut totum Meridiani planum ad austrum aeque ac Boream libero aeri pateat. Iniuriae aeris arcentur imposito parvo tecto revolubili: antica, posticaque pars ianuis concludietur. Hic locus Instrumento Culminatorio Marinonii, aut Roemeri destinatus est. Admitteret quin etiam quadrantem, aut semicirculum in plano meridiani figendum non sine insigni observatorum commodo. Quidquod in eodem tametsi angustiore camera tubi ad stellas fixas observandas defigi in pariete possunt, alii quidem in pariete occidentali, quibus astra meridionalia spectabuntur, alii in pariete orientali ad spectandos transitus astrorum Borealium, et Circumpolarium. Qua ratione, si horologium oscillatorium minuta secunda montrans accesserit, et quaedam Meteoroscopica, unus observator velut in palmo collecta habebit omnia, quae sibi necessaria sunt, ut absque adiutore peragere multa solus possit.

fol. 25r
hohlen und gekrümmten Quadranten anbringen ließ, auf den immer in bestimmter Weise ein nicht elliptisches sondern kreisförmiges Bild der Sonne fällt, und mit Hilfe eines Mikrometers nicht nur der Mittelpunkt leicht aufzufinden ist, sondern auch der Vorübergang des oberen, unteren, linken und rechten Randes mit Genauigkeit, Leichtigkeit und Nutzen gemessen werden kann.
In der Nähe dieses gemauerten Quadranten ist innerhalb der Dicke des Pfeilers eine Nische, worin ein Dreieck mit Faden aufgestellt werden kann. Diesen Rat gab der einst bekannte kaiserliche Astronom in Wien, Marinoni, der in der Zeit seines Lebens unser aufrichtiger Freund war.
Im oberen Teil der Nische ist ein ähnlicher Platz zwischen den zwei Mauern des Pfeilers so gebaut, daß die gesamte Meridianebene nach Süden wie nach Norden ins Freie offen ist. Die Unbillen des Wetters werden durch ein aufgesetztes sich zurückdrehendes Dach abgehalten: der vordere und rückwärtige Teil werden durch Türen abgeschlossen. Dieser Platz ist für das Kulminationsinstrument von Marinoni oder Roemer bestimmt. Diese Nische würde sogar auch die Aufstellung eines Quadranten oder Halbkreises in der Meridianebene - sehr zum Vorteil des Beobachters - gestatten.

fol. 25v
Caeterum tubi ad fixas fixi et ipsi affigi etiam inipsa aula debent statim prope ipsos quadrantes magnos: Meridiani scilicet prope quadrantem australem, ceteri prope Quadrantem fixum borealem, utrique supra lineam meridianam marmoream.
Reliqua adiumenta, quorum ope tractari allidada, ascendi, descendive possit etc., describere huius loci non est.
Ventorum ratio observatori proditur ab Indice, seu rosa sic dicta Ventorum in laqueari summo applicata, quem indicem ultra summum tectum eminentem venti ipsi animant, circumaguntque.
In summo quoque laqueari fissura est semipedalis, intra quam in plano meridiani nobilis adhibibetur tubus praegrandis usui non uni futurus.
Ex aula astronomica quatuor locis bipatentes sunt fores, per quas de plano egressus patet ad duas hinc, et hinc areas subdivales spatiosas, quae nempe utrique aedificii ala superincumbunt. Quibus in areis observationes subdivales omne genus institui possunt, tubi grandiores, aut vitra objectiva praelongi foci modo non uno facile applicari in omnem partem. Equidem solum utriusque areae nonnisi tabulis ligneis compactum est, nec firmitatem spondet instrumentis ibi plantatis. Verum firmitatis abunde est in muro lapideo umbilicali totam aream cingente, et in aedificio reliquo altius assurgente.

fol. 25v
Weiters habe ich die Fernrohre zur Beobachtung der Fixsterne befestigt, sie müssen auch im Saale selbst gleich neben den großen Quadranten angebracht werden; die Meridianfernrohre natürlich neben dem südlichen Quadranten, die übrigen in der Nähe des fixen nördlichen Quadranten, beide oberhalb der marmornen Meridianlinie. Die übrigen Hilfsmittel zur Handhabung der Alhidade zum Hinauf- und Herunterschrauben brauchen hier nicht beschrieben werden.
Die Windverhältnisse werden dem Beobachter durch einen Zeiger, eine sogenannte Windrose, angegeben, die ganz oben an der Decke angebracht ist. Diesen Zeiger, der über das oberste Dach hinausreicht, setzen die ihn umwehenden Winde in Bewegung.
In der Decke ist auch ein Spalt, einen halben Schuh groß, für ein in der Meridianebene stehendes, übergroßes wichtiges Fernrohr, das nicht nur einem Zwecke dienen wird.
Im Astronomischen Saal sind an vier Stellen Doppeltüren angebracht, durch die man eben auf zwei beiderseits liegende nach oben offene große Plattformen hinausgehen kann. Sie überragen die beiden Flügel des Gebäudes. Von ihnen aus können die verschiedensten Beobachtungen unter freiem Himmel gemacht werden. Größere Fernrohre oder Objektivgläser mit überlanger Brennweite können in verschiedenster Weise überall aufgestellt werden. Der Boden der beiden Plattformen ist jedoch nur mit hölzernen Platten belegt und bietet so den dort aufgestellten Instrumenten keinen festen Stand.
Hinreichende Festigkeit aber gewährt die umgebende steinerne Mauer, welche die ganze Plattform begrenzt und an der Seite des Gebäudes hinaufreicht.

fol. 26r
Supra aulam astronomicam tripartitum aedificium extat. Nempe supra utrumque vestibulum anticum et posticum cessant altius exsurgere muri, estque utrinque area subdivalis cupro contecta, In medio spatio inter quatuor pilas turrim constituentes conclave quadratum adornatum est, in observatoris commodum.
Ex conclavi per ianuas duas fenestris quoque pellucidas egredimur hinc ad aream australem, hinc ad borealem.
Australis area varie aperiri potest: tum ut Quadranti australi ex alto subveniatur, tum ut tubo, quem in plano meridiani mobilem dixi, tum denique ut culminatorio instrumento. Adhoc locus est hic, et in area boreali commodus est instrumento Parallactico.
Per scalam cochlearem ultra ascendenti primo occurrit alia area subdivalis, media nimirum inter quatuor pilas turris cypro tecta, et conclavi mox descripto superimposita.
Ultra hanc ex latere austrum inter et occasum paulo altius eminet coronis totius operis. Aediculam inquam rotundam murato opere, tholo seu tecto in orbem mobili clausam; infra stratam marmore, e cuius medio extat columna marmorea, eique superimpositus superbit circulus sive quadrans azimuthalis ab artifice Prantnero Augustae Vindelicorum fabrefactus, in omnem coeli regionem cum tecto versatili, ac de summo loco horizontem circa late despectans in Styriam usque Bohemiam.

fol. 26r
Ein dreiräumiger Gebäudeteil reicht über den Astronomischen Saal, denn über dem vorderen und hinteren Vorraum reichen die Mauern nicht höher hinauf; auf jeder Seite ist eine offene Plattform mit kupfernem Boden. Im mittleren Teil zwischen den vier Turmpfeilern ist ein schön eingerichtetes Zimmer für den Beobachter.
Aus diesem Zimmer gelangt man durch zwei Türen, die mit klaren Fenstern versehen sind, auf der einen Seite zur südlichen, auf der anderen Seite zur nördlichen Plattform.
Die südliche Plattform kann für verschiedene Zwecke geöffnet werden: einmal um den südlichen Quadranten von oben aus bedienen zu können, dann auch das Fernrohr, das wie erwähnt, in der Meridianebene beweglich ist und schließlich das Instrument mit dem das Culminieren beobachtet wird. Außerdem ist hier und auf der nördlichen Plattform noch genügend Raum für ein parallaktisches Instrument.
Steigt man weiter auf der Wendeltreppe hinauf, gelangt man zuerst auf eine mit kupfernem Boden versehene Plattform unter freiem Himmel inmitten der vier Turmpfeiler. Sie liegt über dem soeben beschriebenen Zimmer.
Die oberste Spitze des gesamten Gebäudes ragt über diese Plattform im südlichen und nördlichen Eck noch höher hinauf. Ich meine damit eine gemauerte, runde Kuppel mit einem beweglichen Dach, rundherum geschlossen; aus ihrem Marmorboden ragt in der Mitte eine marmorne Säule empor. Auf ihr prangt der Azimuthalkreis oder -quadrant von Meister Prantner aus Augsburg angefertigt. Das bewegliche Dach ermöglicht, den Himmel in allen Richtungen zu erforschen und gibt von diesem höchsten Punkt aus den Blick frei zum Horizont bis zur Steiermark und Böhmen.

fol. 26v
Attamen non est ita liber horizon ut non alicubi obiiciatur impedimentum. Ab austro ultra vallem observatorio subiectam adsitus mons quatuor circiter gradus intercipit. Alius mons, monti in quo monasterium cum observatorio situm est, supereminens ex viciniore loco plures aufert gradus, idque, quod minime vellem, ad septentrionem: declinando ad occidentem aestivum. E proximo adstant duae magnificae templi turres cum fastigiis aere cyprio coopertis inter austrum et occidentem solem, quae omnia superare nec ratio suadebat, vetabatque futurus in conscendenda altitudine observatorum immodicus labor, tametsi is sella, ut ajunt, volante in cavo laternae suspendenda temperari posset. Sed is volatus vix paucis placuerit, Icarios casus metuentibus etiam sine periculo.
Ad cameram azimuthalem ascensus est per saepe dictam cochleam ex secto lapide.
Ex camera aliquot gradibus descenditur ad latus seu ad pilam oppositam, ubi alia est camera rotunda, pavimento saxis grandibus ita strato, ut in medio foramen apertum sit pedum trium diametro. Cancelli ferrei foramen ambiunt. Hicque est exitus summus laternae per hanc pilam ab imo petrae fundo hucusque erectae. Hac in camera observatores complures vacare experimentis huic loco convenientibus possunt, dum interim alii in inferioribus contignationibus alii in imo officium praestant suum. Quodsi paulo major etiam excigatur altitudo, tectum hujus camerae conscendi, atque etiam aperiri potest.

fol. 26v
Aber der Horizont ist nicht so frei, daß sich nicht da und dort ein Hindernis in den Weg stellen würde. Im Süden, jenerseits des Tales über dem das Observatorium steht, verdeckt ein Hügel etwa vier Grad. Ein anderer Hügel, nahe dem auf dem das Kloster mit dem Observatorium steht, überragt es und nimmt vom nördlichen gegen den sommerlichen westlichen Horizont mehrere Grade weg, was ich ganz besonders vermeiden wollte. Zwischen dem südlichen und westlichen Horizont stehen in der Nähe die zwei herrlichen kupferbedeckten Kirchtürme. Aber all das zu überragen, widersprach der Vernunft und verbot die übermäßige Anstrengung der Beobachter in der Zukunft beim Aufstieg in solche Höhe. Diese Mühe könnte zwar verringert werden, indem, wie man sagt, ein 'fliegender Stuhl' im Hohlraum der Laterne aufgehängt würde. Doch würde ein solcher Flug wohl wenigen gefallen, die einem dem Icarus ähnlichen Flug befürchten könnten, wenn auch ohne Gefahr.
ln den Raum mit dem Azimuthalgerät gelangt man über die schon öfter erwähnte Wendeltreppe aus gehauenem Stein.
Aus diesem Raum, steigt man über einige seitliche Stufen hinab zum gegenüberliegenden Pfeiler, in welchem sich ein weiterer runder Raum befindet, dessen Boden mit großen Steinen so gepflastert ist, daß in der Mitte eine Öffnung von drei Fuß im Durchmesser freigelassen ist. Ein eisernes Gitter umgibt diese Öffnung. Hier befindet sich der obere Ausgang des Schachtes, der durch diesen Pfeiler vom Fuß des Felsens aus gemauert wurde. In diesem Raum können mehrere Beobachter entsprechende Versuche ausführen, während andere Hilfskräfte in den unteren Stockwerken und wieder andere ganz unten mitarbeiten. Sollte eine noch größere Höhe erforderlich sein, kann das Dach dieses Raumes gehoben und auch geöffnet werden.

fol. 28r
Laternae hujus consilium desumpsi ex Perraltii idea, qui eiusmodi foramen in observatorio regio Parisiis adesse voluit. Num tubus hic noster meliorem quemdam usum promittat, peritiorum esto iudicium.
Pila tertia ortum spectans imprimis caminum ab imo educit usque ad aream subdivalem vestibulo antico impolitam. Deinde summa pila cava est: apta quae sextantem aliudve instrumentum recipiat.
Pila quarta Borealis totius operis praecipua pars est. Quippe gnomon centum triginta pedes Parisinos regios altus. Angulus quippe pilae huius decurtatus sive praecisus a summo ad imum horizontem rectam planitiem duorum fere pedum explicat ad perpendiculum. Partes aedis inferiores, fornices, arcus, alia ita temperata perforataque dextre sunt, ut a summo gnomonis apice ad imum, vel ab imo ad summum non modo liber pateat prospectus, sed etiam ascensus firmatis scalis, aut fune et sporta suspensis. Id vero ob eam rem est factum, ut planum hoc verticale marmore candido incrustari, dein perita dextera in partes millesimas, vel potius millies millesimas dividi possit: dividi etiam in pedes pollicesque Parisinos, Viennenses, Bonnonienses, Romanos, ut lubitum fuerit eruditus ingeniis.
In summo apice signum erigetur correspondens micrometri tubi, qui in extremo lineae meridianae per horti planum porrectae ab observatore certa vascone adhibebitur.

fol. 28r
Die Anregung zu einem solchen Schacht erhielt ich von Perrault, der eine solche Öffnung im königlichen Observatorium von Paris ausgeführt haben wollte.
Ob dieser unser Schacht noch einem besseren Zweck dienen wird, sei dem Urteil der Fachleute überlassen.
Der dritte nach Osten zu liegende Pfeiler dient als Rauchfang, von unten bis zur offenen Plattform unter freiem Himmel, die über dem vorderen Vorraum liegt. Der oberste Pfeilerteil ist dann hohl und kann einen Sextanten oder ein anderes Instrument aufnehmen.
Der vierte, nördliche Pfeiler ist der wesentliche Teil des Gebäudes, nämlich der einhundertdreißig Königliche Pariser-Fuß hohe Gnomon. Das Eck dieses Pfeilers von der oberen bis zur unteren Horizontalen verkürzt oder abgeschnitten, entfaltet eine lotrechte Fläche von etwa zwei Fuß Breite.
Die unteren Teile des Gebäudes, Öfen, Bögen und die anderen, sind in ihrem Ausmaß und Durchbohrung so geschickt gebaut, daß von der obersten Spitze des Gnomons bis nach unten und von unten nach oben nicht nur die Rundsicht völlig frei ist, sondern auch der Aufstieg über feste Leitern oder mit Hilfe von Seil und Korb möglich ist. Dies wurde deswegen so angefertigt, daß diese vertikale Fläche mit weißem Marmor überzogen werden kann und dann von erfahrener Hand in tausendstel oder besser tausend tausendstel Teile geteilt werden kann. Diese Teilung kann in Pariser, Wiener, Bologneser oder Römischem Fuß oder Daumen erfolgen, ganz nach Belieben der Fachkundigen.
Ganz oben auf der Spitze wird ein Markierungszeichen angebracht werden, das auf das Mikrometer eines Fernrohres abgestimmt ist, welches am Ende der in der Gartenebene ausgesteckten Meridianlinie unter gegebenen Bedingungen von einem Beobachter verwendet werden wird.

fol. 28v
Hac demum arte, quod Aegypti veteres Reges magnis excitatis pyramidibus obtinere voluisse dicuntur, nempe elevationem aequatoris, solis etiam maximam atque minimam declinationem etc. id nos hac pila longe commodius obtinebimus.
Longe etiam auctius quam ullibi hactenus. Neque enim Romanus gnomon doctissimi eruditissimique Blanchini, quam in aede B. Sebastiani Cathusiensium vidimus doluimusque fabrorum murariorum importuno labore nonnihil amotum ultra dimidiam altitudinem gnomonis nostri ascendit; neque omnium hactenus maximas Bonnoniensis, Cassini senioris celeberrimi opes, in aede summa B. Petronii, nunc pariter concessus gnomoni nostro conferri potest, is quippe in fornice pertusum foramen habens per inanem aera descendit ad solum, nec ejus mensura capi secure nisi vix ac ne vix quidam potest; cum nostrae altitudo pilae et mensurabilis sit facillime, et mensuram marmori insculptam praeseferre semper debeat: Nequid dicam de altitudine fere duplo eminentiore, utpote pedum Parisino-Regiorum 142.
Denique ab imo gnomone per apertam muri crassitiem aperta parva janua erumpit planum horizontale, quod per transversum hortum fundato opere saxis grandibus ducendum est, latum pedes fere tres, longum pedes quadringentos, quanta fere erit longitudo umbrae brumalis meridianae. Circa hoc extremum vel aedificabitur aedicula imponenda lineae, in qua aedicula observatio solstitii hiberni instituetur; vel fiet aedicula portatilis, ne reliquam horti symmetriam deformet.

fol. 28v
Was nach der Überlieferung die alten ägyptischen Könige mit der Errichtung gewaltiger Pyramiden zu erreichen suchten: nämlich die Bestimmung der Äquatorhöhe, die größte und kleinste Deklination der Sonne und dergleichen mehr, das werden wir schließlich bei weitem einfacher erreichen durch den Kunstgriff mit diesem Pfeiler, und das in noch viel besserem Ausmaße als sonst irgendwo bis zum heutigen Tag.
Denn nicht einmal des gelehrten und gebildeten Bianchinis römischer Gnomon, den wir in der Karthäuserkirche S. Sebastian gesehen haben, - und wir bedauern, daß er durch die ungestüme Arbeit der Handwerker verschoben wurde - erreicht nur etwas über die Hälfte der Höhe unseres Gnomons; noch kann der bisher größte von allen, jetzt in gleicher Weise zerstörte, ein Werk des älteren Casini in Bologna im Dom des Hl. Petronius, mit unserem Gnomon verglichen werden, denn er fiel durch eine im Gewölbe gebrochene Öffnung durch die freie Luft herab zum Boden; noch kann sein Ausmaß mit Sicherheit nur kaum oder nicht einmal kaum erfaßt werden, während die Höhe unseres Pfeilers sehr leicht meßbar ist und die Ausmessung, in Marmor eingeätzt, immer an sich tragen muß. Gar nicht erwähnen möchte ich die fast doppelt so große Höhe von 142 Königlichen Pariser-Fuß.
Schließlich führt vom Fuß des Gnomons durch eine Vertiefung in der dicken Mauer eine kleine Tür hinaus in eine horizontale Ebene, die aus behauenen Steinen quer durch den Garten zu legen ist, etwa drei Fuß breit und vierhundert Fuß lang, was in etwa der Länge des winterlichen Meridianschattens entsprechen wird. Am Ende der Linie soll auf ihr eine kleine Hütte errichtet werden, in der das winterliche Solstitium beobachtet werden kann; es kann auch - um die Symmetrie des Gartens nicht zu stören - eine bewegliche Hütte sein.

fol. 29r
Alia aedicula ad aequinoctia observanda condetur suo loco: alia in loco observationis solstitiorum aestivorum; vel portatilis illa successive ad singula loca observatori necessaria transferetur.
Linea ipsa, aut tota in partes milesimas, easdem quas gnomon, dividetur, aut suis locis: et siquid depravatum fuerit, repetita ex Gnomone ipsa mensura reparabitur.
Id quoque huic instituto erit preculiare, quod extremum umbrae hic non capiatur ex incidente solis imagine, nec ex umbrae termino, qui in tanta altitudine deprehendi a nemine posset. Sed alia acutiore ratione procedetur, in qua exerratio unius aut alterius millies millesimo partis vix continget. Verum hoc non iam ad observatorii descriptionem pertinet, modo mihi propositam, sed ad observationes ipsas.
Exterior exstructionis species intuentibus adhuc magnifica visa, tametsi omnibus fere architecturae ornamentis, ordinum columnarumve usitatis regulis abstineri consulto feci, experturus num quid oculis sanis non ingratum prodire etiam absque his possit.
Solaria ipsa sive areae subdivales plures aliae aliis eminentiores conciliant speciem. Hae porro ipsae usui astronomico sunt perquam accomodato. Quinque sunt numero. Duo hinc et hinc amplae, alis aedificii impositae; humiliores quidem ceteris, quamquam ad septimam contignationem.

fol. 29r
Um die Äquinoktien zu beobachten, soll an der entsprechenden Stelle eine andere Hütte stehen, eine weitere an der Stelle des sommerlichen Solstitiums oder jene bewegliche soll an die für den Beobachter notwendige Stelle gebracht werden.
Die Linie selbst soll entweder als ganze in tausend Teile geteilt werden in der gleichen Weise wie die Teile am Gnomon oder an den betreffenden Stellen: wenn ein Fehler unterlaufen ist, soll er auf den Gnomonteilen aufbauend, verbessert werden.
Es wird die Eigenart dieses Observatoriums sein, daß der äußerste Punkt des Schattens hier nicht erfaßt wird durch das einfallende Bild der Sonne, noch aus dem Schattenmarkstein, der in solcher Höhe von niemandem erfaßt werden könnte. Es wird vielmehr in einer schärferen Weise vorgegangen, bei der ein Irrtum an dem einen oder anderen Tausendstel eines Tausendstels eines Teiles kaum eintritt. Das gehört aber nicht zur Beschreibung des Observatoriums, wie ich sie mir vorgenommen habe, sondern betrifft die Beobachtungen selbst.
Großartig für den Betrachter ist der Außenanblick des Gebäudes, obwohl ich mich fast allen architektonischen Schmuckes sowie der gebräuchlichen Regeln der Anordnung der Pfeiler mit voller Absicht enthalten habe, um zu erfahren, ob er für das unvoreingenommene Auge nicht auch ohne alldem gefällig sein könnte.
Die Altane oder Plätze unter freiem Himmel von denen mehrere über andere hinausragen, fügen sich vortrefflich in das Gesamtbild ein. Sie sind auch sehr astronomischen Zwecken angepaßt. Es sind fünf an der Zahl. Zwei weitläufigere in etwas geringerer Höhe sind den Flügeln auf beiden Seiten aufgesetzt, obwohl man von ihnen aus schon in das siebente Stockwerk gelangt,

fol. 29v
perveniant; contignationum non humilium sed paulo elatiorum, quarum infima tredecim, aliae sexdecim, reliquae viginti pedes altae sunt.
Cum praedicta duo solaria ab utroque latere extent, superiore loco aliud solarium supra vestibulum anticum in summa aula astronomica eminet, aliud supra vestibulum posticum. Turris inter hoc duo minora, sed altiora solaria adhuc exsurgens supremam habet aream subdivalem, nisi quod aedicula azimuthalis tanto superexcellat, quantum est satis ad horizontem circumcirca liberum ita habendum, ne qua pars ipsius observatorii extantior visum intercipiat.
Haec descriptio si non omnino contemnenda videbitur, addam suo tempore ichnographiam operis, orthographiam, aliaque, quae iam nec ad manum sunt, nec memoriae ad amussim inhaerent.

fol. 29v
das unter den Stockwerken nicht nur zu den niedrigeren sondern höheren zählt. Von diesen Stockwerken sind die niedrigsten dreizehn, andere sechzehn, der Rest zwanzig Fuß hoch.
Diese beiden Altane reichen auf den zwei Seiten heraus, ein weiterer schließt sich etwas höher an den obersten astronomischen Raum an; er liegt über der vorderen, ein weiterer über der hinteren Eingangshalle. Ein Aufbau, der sich zwischen diesen beiden kleineren aber in größerer Bodenhöhe befindlichen Altane noch weiter erhebt, trägt den obersten Altan. Das Azimuthalhäuschen ragt nur soweit heraus, daß der Horizont ringsherum freigehalten wird und kein hervorstehender Teil des Observatoriums selbst die freie Sicht behindert.
Wenn diese Beschreibung nicht völlige Ablehnung erfährt, will ich ihr zu gegebener Zeit einen Grundriß des Baues, sowie eine genauere Beschreibung und noch Anderes hinzufügen, das ich jetzt nicht bei der Hand und auch nicht genau im Gedächtnis habe.


Quellen und Literatur:

DESING, P. Anselm 1759: Bericht an Propst Franciscus Töpsl in Polling, München, Bayerische Staatsbibliothek, Cod. lat. 11486, fol. 17-29

RABENALT, Ansgar 1990: Anselm Desing an H. Probst Franciscus in Polling mit Beschreibung und Plan des Observatoriums zu Kremsmünster worin die Geschichte desselben angegeben, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner Zweige, Jg. 1990, Bd. 101, St. Ottilien, 103-120


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Letzte Änderung: 2017-08-11