Objekt des Monats

aus dem Museum der Sternwarte Kremsmünster

März 2000


Wundersamer Stein

Ausschnitt aus Ölbild auf Leinen
Größe ohne Rahmen: 28 x 38 cm
Foto: P. Amand Kraml


Ölbild einer wundersamen Erzstufe aus dem Jahre 1669

Beschreibung der Abbildung einer wundersamen Erzstufe aus Eisenerz im Sammlungskatalog der "Specula Cremifanensis" von P. Laurenz Doberschiz (1764), S. 149-152:

26. Andere zwo Begebenheiten aus dem Reiche der Natur sind nicht zu übergehen. Beyde sind zwar nicht in ihrem individuo, sondern nur gemallen und zwar in ienem Zimmer zu sehen, welches gleich in dem ersten Stock rechter Hand des Einganges mit schönen blauen Seßeln, so wie eben alle Thüren gefärbet sind, eingerichtet, und (so zu reden) das mathematische Gastzimmer ist. Ein Bild stelltet vor einen ganz weissen Gems in Lebensgröße mit beygefügter Schrift: "Anno 1733 ist dieser Gems in Schärnstein geschoßen worden."
Das zweyte Bild ist eine Copie (* dieses Bild hanget itzt in dem Naturalienzimmer ober der Thüre) einer wunderlichen Eisenstuffe mit eben beygesetzter Innschrift: "Den 8 October 1669, als ein Bergknapp Namens Simon Weißenbacher in dem inneren Eisenbergwerke, sonst Eisenärzt genannt, seiner allda in Berge gemeinen Arbeit oblage, und in der Grube, welche von St. Dorothea den Namen hat, auf anderthalb Klafter in die Tiefe kame, und seinem Gebrauch nach die guten Eisenstuffen von den untauglichen absönderte: hat er unter anderen einen, gleichwie in dieser Tafel entworfenen Eisenstuff zu sehen, so ungefehr 2 Pfund schwer, gefunden, und nachdeme er solche mit seiner dazu behörigen Haun von einander geschlagen, hat er darinnen gegenwärtiges Gesicht, so der allerseligsten Mutter Gottes Bildniß ganz ähnlich auf beyden Seiten mit Verwunderung gesehen. Diese wunderbare neue Geschicht hat der kaiserliche Herr Bergrichter, wie auch des Eisenbergwerkes vorgestellte Herr Ob- und Vorgeher daselbst mit großer Verwunderung besichtiget, und den in Besuchung des neuen Bergwerkes damals versammelten Herrn Commissarien eingehändiget, von welchen nachgehends das gefundn Original als ein absonderliches Pfand der iungfräulichen Gunst Seiner Kaiserlichen Maiestät Leopoldo dem ersten nach Hof ist gesendet worden."

Der Rahmen des Bildes trägt hinten die Aufschrift: Das Bild wurde 1916 aus dem Almseehaus vom P. Forstmeister Adalbert Huemer dem Mineralienkabinett auf meine Bitte hin übergeben. Nach Mitteilung von P. Heinrich Schirmann wird diese Erzstufe noch in der Barbara - Dorothea Kapelle in Eisenerz gezeigt. P. Leonhard Angerer. Es ist anzunehmen, dass unser Bild jenes aus dem von Doberschiz angeführten Gästezimmer ist. Die "beigesetzte Inschrift" ist nicht mehr erhalten.


Quellen und Literatur:

DOBERSCHITZ, P. Laurenz 1764: Specula Cremifanensis, MS CCn 1048 (Herausgegeben von P. Amand Kraml als Heft Nr. 40 der Berichte des Anselm Desing Vereins, Februar 1999)


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(c) P. Amand Kraml, 2000-03-08